Zum St. Moritzbrunnen in Leutenbach gibt es eine interessante Sage, die im Sagenbuch des Fränkische-Schweiz-Vereins (FSV) niedergeschrieben ist. Ein Mädchen holt am Karsamstag frisches Wasser vom St. Moritzbrunnen. Als sich das Mädchen anschickt, den Heimweg zu betreten, springt aus dem Gebüsch ein Jägersmann: eine rote Hahnenfeder auf dem Hut, das Gewehr an der Schulter. Er lädt sie zum Tanz auf einer grünen Wiese ein. Obwohl sie darüber sehr erschrickt, sieht die Maid den Mann genauer an. Dann stößt sie einen Schreckensschrei aus.

Verliebte träumen seltsam

Sie hat den Pferdefuß entdeckt und weiß nun, wer der Verwegene ist. Laut schreit sie um Hilfe. Der Jäger, der niemand anderes als der Teufel ist, bescheidet sie feixend: "Niemand kann Dich hören und Dir helfen. Du gehörst mir und sollst in meinem Reiche Königin sein!"
Mit diesen Worten griff er nach der zu Tode Erschrockenen. In ihrer höchsten Not wendet diese den Blick zurück zum Quellenkapellchen und schreit so laut, wie sie nur kann: "Heiliger Moritz, so hilf du mir!" Sogleich steht der Heilige, die Lanze drohend in der Hand, neben dem Höllenfürsten und schlägt ihn zurück. Dieser stampft mit seinem Pferdefuß auf den Boden, speit Feuer und weicht mit einem abscheulichen Fluch. Das Mädchen aber stürzt ohnmächtig zu Boden. Zu gleicher Stunde hatte ein Leutenbacher Bursche, der das Mädchen sehr lieb hatte, einen sonderbaren Traum.
Er sah das Mädchen hilflos am Moritzbrunnen liegen. Schweißbedeckt fährt er aus dem Bett und eilt, als ob ihn tausend Fäden zögen, dorthin. Er findet die Bewusstlose, fast erstarrt, im taufeuchten Gras liegen. Es gelingt ihm aber, das Mädchen zurück ins Leben zu rufen. Es dauerte nicht mehr lange, bis sie heirateten.