Vor 30 Jahren kam Christopher Kraus genau in dem Haus zur Welt, in dem er nun selbst die Geburt eines "Kindes" feiert. Das Kind heißt "Park Café" - und seit dem Geburtstag am Freitag entpuppt es sich als Prachtexemplar. Über 300 Kuchen-Stücke habe er am Sonntag verkauft, freut sich der 30-jährige Koch und Gastronom, der nach den Lehrjahren im Ausland in seine Heimatstadt zurückkehrte, um die Gastro-Szene zu beleben.

Kuchen wie von Muttern

Gemeinsam mit seiner Frau Cinja Fabry (ebenfalls eine gelernte Gastronomin) führt Christopher Kraus seit März 2007 das dem Park Café schräg gegenüberliegende Speiselokal Zollhaus. Dort haben sich Kraus und Fabry mit "Fine-Dining" einen Namen gemacht.

Im Park Café bietet das Paar nun Pasta, Salate und Kuchen "auch für den kleinen Geldbeutel" an.
Wobei die Betonung auf "hausgebackenen Kuchen wie bei Muttern" liege. "So was hat gefehlt" - diesen Satz habe er gleich an den ersten Tagen bestimmt "30 Mal gehört", erzählt Christopher Kraus.
45 Sitzplätze finden sich auf rund 100 Quadratmeter. Hinzu kommen 40 Außen-Sitzplätze.

Im "Joint Venture mit dem Zollhaus" wagt Kraus "den Spagat" zwischen einem Café und einer Bar, die das Forchheimer Nachtleben beleben soll. Das Park Café öffnet vormittags um 10.30 Uhr und schließt erst um 1 Uhr nachts. Die Kneipenszene sei in Forchheim mittlerweile so weit entwickelt, meint Christopher Kraus, dass niemand mehr nach Erlangen ausweichen müsse. Etwa die Strecke zwischen Bamberger Straße, Lohmühle und Rock-Café lade zum nächtlichen Flanieren ein.

Christopher Kraus und Cinja Fabry sind sicher, dass sie sowohl mit dem Café-Angebot als auch mit der "Bar-Atmosphäre" Erfolg haben werden. Es gebe "so eine Tendenz, die eigene Stadt zu verkennen", sagt Kraus. Aber als Inhaber des Zollhauses habe er bemerkt, wie "touristisch gefragt" die Stadt im Sommer sei. Rund 50 Prozent seiner Gäste kämen dann "von weiter als 50 Kilometer entfernt nach Forchheim".

Das Park Café dürfte nun für eine zusätzliche Magnetwirkung sorgen. Der Platz vor dem Café bietet eine "komplette Südseite". Hinzu kommt, dass sich die Gegend immer mehr belebt. 50 Wohnungen wurden im Alten Krankenhaus gebaut. Und spätestens mit der Eröffnung der Bibliothek sind in unmittelbarer Nachbarschaft etwa 40 000 Besucher pro Jahre zu erwarten.
Christopher Kraus freut sich nicht nur, einen neuen Treffpunkt, sondern auch Arbeitsplätze geschaffen zu haben. Zwei Fest-Angestellte und zwei Teilzeitkräfte beschäftige er im Café. Zusammen mit dem Zollhaus habe er nun neun Arbeitnehmer "fest angestellt".

Und obwohl Kraus und Fabry mit einem 15-Stunden-Tag mehr als ausgelastet sein sollten, plant der 30-Jährige schon das nächste Arbeitsfeld. Im Park Café hat er die Küche so eingerichtet, dass er eine Kochschule eröffnen kann. Zwölf Mal im Jahr will er Kochkurse zu bestimmten Themen veranstalten, im April soll es losgehen.