Ein Raunen geht um 19.11 Uhr durch die Reihen der Neugierigen, die dicht gedrängt im Erdgeschoss des Wahlamtes stehen. Gerade hat Amtsleiter Dieter Walda eine Hochrechnung bekannt gegeben: "Stumpf bei 49,4 Prozent, nur noch zwei Stimmbezirke fehlen."

Wenige Minuten später bestätigt sich dieser Trend. Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) tritt vor die Kameras. Gefasst, beinahe heiter, blickt er auf den Zettel, auf dem das Endergebnis notiert ist. "Also, wir müssen in eine Stichwahl", sagt Stumpf und liest das knappe Ergebnis vor: 49,59 Prozent der Stimmen entfallen auf ihn; 20,46 Prozent holt Uwe Kirschstein (SPD); 20,09 Prozent Manfred Hümmer (Freie Wähler) und 9,87 Prozent Sebastian Körber (FDP).

Statement von OB Franz Stumpf zur Stichwahl In Forchheim by Infranken.de

Auch wenn er 2,5 Prozent weniger Stimmen geholt habe als vor sechs Jahren - mit einem "Vertrauensverlust bei den Bürgern" habe das nichts zu tun.
In 24 Jahren Amtsjahren komme es vor, dass "man hart zu manchen Bürgern ist", begründete Stumpf das unerwartete Abschneiden. Und räumt ein: "Das Thema Friedhofsgebühren hat bestimmt eine Rolle gespielt".

Als er eine halbe Stunde später in der Hauptstraße 52 auftaucht, wo die SPD überschwänglich ihren Wahlerfolg mit "Uwe-Uwe-Rufen" feiert, denkt Franz Stumpf bereits laut über die Stichwahl nach. Nachdem er Uwe Kirschstein herzlich gratuliert hat, sagt Stumpf beinahe erleichtert: "Ich bin froh, dass wir zwei in der Stichwahl sind. Sie sind mir lieber als der andere." Der andere, das ist Manfred Hümmer (FW). Er hat sich mit seinen Parteifreunden in der Gaststätte am Marktplatz versammelt. Dort ist die Stimmung gedämpft und die Enttäuschung spürbar. Weil nun in zwei Wochen Kirschstein gegen Stumpf antreten darf und nicht Hümmer, den doch alle für den Fall einer Stichwahl auf dem Zettel gehabt hatten. Hümmer sagt, dass er dieses Ergebnis "sportlich" nehme. Aber dann merkt man auch, wie schwer ihm das fällt, zumal er nur 48 Stimmen davon entfernt war, Kirschstein zu überflügeln.

Der SPD-Kandidat wirkt währenddessen noch immer etwas ungläubig: "Ich bin überglücklich - aber auch überrascht." Nun werde er seinen Haustür-Wahlkampf um zwei Wochen verlängern.