Amtsrichterin Silke Schneider verurteilte einen Busfahrer zu einer Freiheitstrafe von drei Monaten, weil er mit einer damals 14-jährigen Schülerin einen Chat mit pornografischem Inhalt geführt hat. Der fast 30-jährige Mann aus dem südlichen Landkreis leugnete bis zuletzt der Chatpartner gewesen zu sein.

Die junge Frau war dem Weinen nahe, als sie als Zeugin aussagen musste. Wie viele Schüler benutzte das Opfer jeden Tag den Schulbus. Man sprach mit dem Busfahrer, zu anfangs ganz normal. Es kam ihr und ihren Freundinnen aber schon etwas komisch vor. Eines Tages steckte ihr der Schulbusfahrer einen Zettel zu mit einer Messenger-Adresse "Foxi87" und der Bitte, doch darüber mit ihm zu korrespondieren.

Eindeutig sexuelle Themen im Chat

Das Mädchen tat das, reagierte aber schnell abweisend, als ihr Chatpartner auf eindeutig sexuelle Themen zu sprechen kam. Mehrfach bat sie, normal miteinander zu schreiben. Dabei wies sie immer wieder auf ihr Alter und den Altersunterschied zwischen beiden hin und dass er doch nur ihr Schulbusfahrer sei. Doch der Chatpartner kehrte immer wieder mit eindeutigen Worten auf sein Thema zurück. Dabei sprach er davon, dass man sich ja im Bus treffe oder dass er jetzt am Bus sei.

Nach ein paar Tagen wandte sich das Mädchen an ihre Mutter. Mit ihr erstattete es Anzeige bei der zuständigen Kripo in Fürth und über gab dem Polizeibeamten den Chatverlauf. "Er hat perverse Sachen geschrieben", beschrieb sie den Inhalt. Das kann man unter Erwachsenen so nicht sagen, hörte man den verlesenen Verlauf. Aber gerade wegen der anderen Wahrnehmung einer Jugendlichen ist ein solches Schreiben bei Personen unter 18 Jahren unter Strafe gestellt. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet, der Fahrer ermittelt und sein Handy sichergestellt. Das war von ihm neu installiert worden. Der Messenger war darauf und auch erotische Chats mit älteren Frauen.

Der Angeklagte verwies auf einen minimalen Unterschied des verwendeten Pseudonyms. Auch seinem Verteidiger gegenüber habe er beteuert, nicht der Chatter gewesen zu sein.

Doch das glaubte die Richterin nicht. Eine andere Person müsste die realen Kontakte von Opfer und Angeklagten sehr genau gekannt haben, argumentierte sie in der Urteilsbegründung.

Dennoch blieb sie deutlich unter dem Antrag des Sitzungsstaatsanwalts von neun Monaten, der besonders auf die Fürsorgepflicht eines Schulbusfahrers abgestellt hatte.