"Das ist eine Bombenleistung, was ihr da in eurem Dorf geschafft habt. Und die sollte mit Gold gewürdigt werden", meinte Hans Pfister (CSU), stellvertretender Landrat des Landkreises Bamberg, in seiner Begrüßung in Brunn. Der Heiligenstadter Gemeindeteil hatte sich für den Bezirksentscheid des Bundeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden" für die Kategorie bis 600 Einwohner beworben.

Jetzt war die Bewertungskommission nach Brunn gekommen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Kommissionspräsident Nikolai Kendzia hatte verschiedene Fachleute mitgebracht, die ihrerseits das Dorf bewerteten.
"Wir haben fünf Bereiche, die gleich gewichtet werden", erklärte Kendzia. Diese sind: Entwicklungskonzepte/wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und Bauentwicklung, Grüngestaltung und Grünentwicklung und das Dorf in der Landschaft. "Früher ging es eher um den Blumenschmuck", erzählte Nikolai Kendzia. Jetzt gebe es in jeder der fünf Kategorien je 20 Punkte von den jeweiligen Experten der Kommission zu vergeben.

Und ganz wichtig sei die Motivation der Bevölkerung, "denn die drückt sich in allem aus", so der Vorsitzende der Kommission. Dass die Motivation in Brunn großartig ist, konnten die Gutachter sehen und auch hören. "Wir haben uns eigentlich gar nicht groß vorbereitet. Wir gehen das locker an, denn wir sind wie wir sind", sagte der Vorsitzende der freiwilligen Feuerwehr, Josef Weber.


Hilfe unter Nachbarn

Die stellvertretende Ortsbäuerin Margot Dorsch war stolz auf das, was die Brunner in vielen Stunden Arbeit gemeinsam geschaffen haben.

Und der Ortsvorstand des Bayerischen Bauernverbands, Klaus Stadter, erzählte, dass in Brunn die Gemeinschaft großgeschrieben wird: "Jeder ist für jeden da. Wenn einer Hilfe braucht, geht er zum Nachbarn. Und da wird ihm dann einfach geholfen." Auch Bürgermeister Helmut Krämer (Einigkeit) ist stolz auf Brunn und bezeichnete den Ortsteil als "Vorzeigeort in der Gemeinde".
Brunn hat 125 Einwohner, 63 männliche und 62 weibliche. Von denen war etwa ein Drittel gekommen, um die Kommission durch Ort und Flur zu begleiten. Marktgemeinderat Dieter Friedrich (WG), den Hans Pfister als den "Motor des Ortes" bezeichnet hatte, präsentierte mit Stefan Dorsch, Josef Weber, Margot Dorsch und Klaus Stadter "ihren Ort".

Zum Beispiel war aus der ehemaligen Milchsammelstelle ein Dorfplatz geworden. Nachdem der Platz für die Abwasserbeseitigung und die Erneuerung der Wasserversorgung 2009 aufgerissen worden war, gestalteten die Brunner ihren Dorfplatz neu. Friedrich erzählte, dass sich die Bürger früher am Milchsammelplatz getroffen und ausgetauscht hatten. Da es im Ort kein Wirtshaus gibt, wurde die ehemalige Gefrieranlage zum "Haus der Bäuerin" umfunktioniert. Hier treffen sich die Brunner nun mittwochs im Bewirtungsraum, um sich auszutauschen. Im Dach des Hauses wird regelmäßig ein Kindergottesdienst gehalten und ein Raum wird für Gymnastik genutzt. Das Haus wird mit Biogaswärme geheizt.
Besonders sind auch die renovierte Kirche mit der wiederhergestellten Schablonenmalerei, der Friedhof, in dem es keine Grabumrandungen oder befestigte Wege gibt oder das neu gebaute Feuerwehrhaus.


Entscheidung noch im Juli

Die Kommission hatte viel zu sehen und zu notieren. Nikolai Kendzia berichtete, dass sich die Kommission am 18. Juli treffen, in Klausur gehen und entscheiden werde, welcher Ort mit Gold ausgezeichnet werden soll.
16 Dörfer hatten die Mitglieder der Kommission bereist. Pautzfeld in der Gemeinde Hallerndorf hatte seine Bewerbung kurzfristig zurückgezogen. Vor Brunn hatte die Kommission Oberhaid begutachtet.