Bei der Ausweisung neuer Baugebiete will die Gemeinde Memmelsdorf weder allzu hoffnungsfrohe Erwartungen wecken noch Prioritäten vermissen lassen. Stattdessen zeigte sich der Gemeinderat flexibel, was am Beispiel eines Bauvorhabens in der Waldstraße in Memmelsdorf deutlich wurde. Hier beschlossen die Räte zwar die Streichung des Bebauungsplanes "Leite", weil sich der Untergrund der Hanglage in der Vergangenheit als instabil erwiesen hatte. Ein Einzelvorhaben im Anschluss an die bestehende Bebauung wurde allerdings nicht grundsätzlich abgewiesen. Die Räte nahmen sich sogar die Zeit für einen Lokaltermin.

Mit einer Bauvoranfrage wollte ein Bauwerber in Erfahrung bringen, ob auf seinem Grundstück der Bau eines Wohngebäudes mit sechs Wohneinheiten möglich sei. Dies wurde vom Gemeinderat nicht grundsätzlich abgelehnt. Weil es aber zu Beginn der 1970-er Jahre hier einen Hangrutsch gegeben hatte, verlangten die Räte vor einer Entscheidung ein Gutachten über die Beschaffenheit des Baugrundes. Wegen der Schaffung von Stellplätzen im Untergeschoss bescheinigte Bauamtsleiter Michael Karmann dem Vorhaben sogar einen gewissen "Charme".

Als "wunderbar" bezeichnete gar Gemeinderätin Gisela Heck (VWG) die Vorgehensweise. Sechs Wohneinheiten erschienen ihr allerdings zu viel - vier würden nach ihrer Meinung reichen. Vier oder sechs Wohnungen seien aber nicht die Frage, so CSU-Sprecher und Zweiter Bürgermeister Herbert Stenglein. Die laute: "Wie bringen wir dass Wasser weg?". Kritisch sah auch sein Parteifreund Thomas Nickoleit die Sache: Die Verantwortlichen von früher hätten sich durchaus etwas gedacht, als sie diesen Bereich nicht ausgewiesen hätten. Auch SPD-Sprecher Harald Hugel wünschte ein Bodengutachten. Falle dieses positiv aus, könne man planen und entscheiden. Ein entsprechender Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Verzicht auf Ausweisung

Verzichtet wird allerdings auf eine Baulandausweisung im weiteren Verlauf der "Leite". Zwischen Hauptort und Kreisbauhof könnte man sich allerdings ein Gewerbegebiet vorstellen. Prioritäten setzen will die Gemeinde in Lichteneiche. Hier brachte die SPD einen etwa 1,34 Hektar großen Bereich als Alternative zu einer 4,6 Hektar großen Fläche im Norden des Ortes ins Gespräch. Zunächst wurden beide Flächen belassen.

In Weichendorf werden der Möglichkeit zur Ausweisung eines 4200 Quadratmeter großen Areals an der Drosendorfer Straße im Anschluss an eine 2,64 Hektar große Bestandsfläche gute Aussichten eingeräumt. Im Westen des Ortes bestehen Ressourcen für ein Gewerbegebiet. Aus der Planung genommen wurde hingegen eine Fläche im Norden des Ortes, die Gemeinderat Peter Nüßlein (WLW) eigentlich in der Planung lassen wollte. Bei der Abstimmung fand er aber lediglich fünf Anhänger.

Forciert werden - das wünschte sich Bürgermeister Johann Bäuerlein (CSU/WLW) ausdrücklich - soll die Entwicklung von Merkendorf. "Wir haben hier die nötige Infrastruktur, eine Kindertagesstätte noch dazu", betonte das Gemeindeoberhaupt. Deshalb sollten sowohl ein 7800 Quadratmeter großer Bereich im Süden wie eine viereinhalb Hektar große Fläche im Südosten in der Planung belassen werden. Auf Vorschlag von Gemeinderat Heinz Büttel (VWG) kann ein Areal im Norden dazu kommen, beschlossen die Räte einstimmig.

Baulücken nutzen

Anders in Drosendorf. Hier könnte im Osten des Ortes ein etwa acht Hektar großes Gebiet nur mit einer separaten Erschließung an die Staatsstraße angebunden werden, betonte Bürgermeister Bäuerlein. Bei einer Abstimmung gab es nur zwei Befürworter für eine solche Variante. Eine Baulücke im Bereich Weichendorfer Straße könnte kurzfristig Platz für acht bis zehn Bauparzellen bieten, eröffnete Bauamtsleiter Michael Karmann den Räten. Dabei ließ man es bewenden, zumal es auch im Baugebiet "Klingen" noch freie Flächen gibt.

In Meedensdorf gibt es Bauland-Kapazitäten im Süden wie im Norden des Ortes. Zugestimmt wurde einem Vorschlag von Andreas Saal (CSU) für eine bessere Abrundung im Nordwesten. Schmerldorf verfügt neben einer Bedarfsfläche im Nordosten von 0,75 Hektar über bereits ausgewiesene 0,52 Hektar im Nordwesten des Ortes. Auf Einlassung von Gemeinderätin Stumpf (VWG) wurden beide Reviere beibehalten. In Kremmeldorf wird die Dorferneuerung abgewartet.


Gespräche mit Grundbesitzer

Von der Verwaltung sollen jetzt Gespräche mit den Grundbesitzern geführt werden, inwieweit eine Bereitschaft zur Ausweisung als Bauland besteht. Danach könnte der Flächennutzungsplan der Kommune fortgeschrieben werden.