Da lief wirklich alles schief. Erst fühlte sich der Bankräuber, der um 9 Uhr mit Totenkopfmaske die Filiale der Volksbank betrat, nicht ernst genommen, dann flüchtete er ohne Beute, schließlich wurde er mit seinem gestohlenen Fluchtfahrzeug in der Hauptstraße in Hausen auch noch geblitzt. Nur eine Stunde später wurde der 29-Jährige in Nürnberg festgenommen.

Als die Bankangestellte den "Kunden" mit der Totenkopfmaske sah, dachte sie an einen Faschingsscherz. Auch als der Vermummte Geld haben wollte, nahm sie ihn nicht ernst. Daraufhin zückte der 29-Jährige eine Waffe.
Die versuchte der Filialleiter, der inzwischen aufmerksam geworden war, dem verkleideten Mann zu entwinden. "Es kam zu einem Gerangel zwischen dem Filialleiter und dem Bankräuber", berichtet Pressesprecherin Anne Höfer vom Polizeipräsidium Oberfranken. In dem Handgemenge fielen mehrere Schüsse. Mindestens einmal schoss der Tatverdächtige auch in Richtung des Filialleiters, verletzte ihn jedoch glücklicherweise nicht.


Gestohlenes Fluchtfahrzeug

Nun suchte der Kriminelle sein Heil in der Flucht. Ohne Beute stürzte er durch den Haupteingang, durch den er gekommen war, aus der Bank. Sein Fluchtfahrzeug, einen gestohlenen weißen Ford Tourneo, hatte er seitlich neben der Bank geparkt.

Die Mitarbeiter des Geldinstitutes nutzten die Gelegenheit und schossen trotz ihres Schreckens geistesgegenwärtig ein Foto vom Fluchtfahrzeug. "Das hat uns natürlich bei der Fahndung sehr geholfen", freut sich Pressesprecherin Anne Höfer. Sie bestätigt auch, dass der verhinderte Bankräuber in der Hauptstraße zusätzlich noch geblitzt wurde. Das Fluchtfahrzeug streifte das Auto der Kommunalen Verkehrsüberwachung und beschädigte es leicht.


Überregionale Fahndung

"Wir haben alle verfügbaren Einsatzkräfte, auch aus den Nachbarpräsidien alarmiert. Alle freien Streifenfahrzeuge waren im Einsatz", berichtet Anne Höfer. Dank des Fotos der Bankangestellten wussten die Fahnder, dass sie nach einem Wagen mit Düsseldorfer Kennzeichen suchen mussten. Bei der Suche wurden auch Polizeihubschrauber und Suchhunde eingesetzt.

Die Überprüfung des Kennzeichens "D IS 131" ergab, dass der Wagen als gestohlen gemeldet war. Es war ein recht auffälliges Fahrzeug, denn auf der Motorhaube prangten die Buchstaben "iss" und auf den Seiten war der Schriftzug "Facility Service" angebracht. Der Täter wurde nur eine Stunde nach dem Überfall in der Maybachstraße in Nürnberg gestellt. Spezialeinsatzkräfte überraschten den Räuber, verhinderten durch Schüsse auf die Reifen eine weitere Flucht mit dem gestohlenen Kastenwagen und nahmen den Mann sogleich fest. Auch die mutmaßliche Tatwaffe, einen Schreckschussrevolver, fanden die Einsatzkräfte in dem Ford.

Anschließend wurde er der Kripo Bamberg überstellt, die die weiteren Ermittlungen übernommen hat. Am frühen Abend hat ihn die Staatsanwaltschaft Bamberg dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Vor Ort waren Einsatzkräfte der Spurensicherung anderthalb Stunden dabei, alle Hinweise auf den Täter zu sichern. Nähere Angaben zur Person des Bankräubers wurden vorerst nicht gemacht. Die Bank blieb den ganzen Tag geschlossen.
"Nach so meinem Vorfall haben wir unseren Angestellten frei gegeben", erklärte Gregor Scheller, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Forchheim. "Ich denke, dafür haben unsere Kunden sicher Verständnis."

Der Chef des Geldinstitutes zeigte sicher erleichtert, dass der Banküberfall auf die Filiale seines Unternehmens so glimpflich ausgegangen ist. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass niemand verletzt wurde", sagte Scheller. Er lobt in diesem Zusammenhang die Besonnenheit seiner Mitarbeiter. Das regelmäßige Sicherheitstraining und die Schulungen hätten sich ausgezahlt, findet Scheller.