Im neu errichteten "Info-Punkt" der Bahn, direkt am Bahnhof will Peter Bergfeld ab sofort die Fragen der Betroffenen zum bevorstehenden viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg-Ebensfeld beantworten. In Erlangen, wo die roten Container bislang standen, nutzten rund 5000 Besucher das Gesprächs- und Informationsangebot der Bahn, erklärte Projektleiter Alfons Plenter.

Nach umfangreichen Vorbereitungen, werde im nächsten Jahr eine weitere Etappe im Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8 von Nürnberg nach Berlin begonnen, so Plenter. Für Jahresbeginn erwarte er den Planfeststellungsbeschluss, so dass die Arbeiten für die Gleis-Erweiterung zwischen Baiersdorf und Forchheim beginnen könnten.


In vielen Punkten nachgebessert

Die Planung sei nach dem Erörterungsverfahren in vielen Punkten nachgebessert worden. "Wir wollen möglichst konfliktfrei in die Realisierung des Projektes gehen", unterstrich Plenter am Montag bei der Vorstellung des "Info-Punkts". Alle privaten Grundstückseigentümer seien angeschrieben worden, teilweise seien die Vereinbarungen, wonach Grundstücke in Anspruch genommen werden dürfen, bereits unterzeichnet. Auch die Verträge mit den Stadtwerken hinsichtlich der Leitungsführungen seien unterschrieben. Auf dem Bahnsteig in Forchheim sind die Standorte für die neuen Strommasten bereits mit roter Farbe auf dem Asphalt eingezeichnet.

Die Arbeiten auf dem 13,6 Kilometer langen Bauabschnitt Forchheim, das sind die Planfeststellungsabschnitte 18 und 19, umfassen die Bahnhöfe Kersbach, Forchheim und Eggolsheim. Zuständig für diesen Bereich ist Thomas Sulzer. Nördlich von Eggolsheim ist Kerstin Koch Ansprechpartnerin für die Arbeiten entlang des zehn Kilometer langen Abschnitts Altendorf, Hirschaid, Strullendorf. Hier werden bis 2017 vor allem Kabelarbeiten für eine neue Stellwerkstechnik sowie Oberleitungsarbeiten durchgeführt.

Thomas Sulzer erläuterte, dass in Forchheim die Gleise komplett neu angeordnet werden. Der Hochgeschwindigkeitsverkehr werde auf zwei eigenen Gleisen geführt, die nicht an den Bahnsteigen entlang führen. Für den S-Bahn- und Regionalbahnverkehr werden drei Bahnsteige gebaut. Zu den Bahnsteigen führt eine neue Fußgänger-Unterführung, die anstelle der vorhandenen städtischen Unterführung errichtet wird. Mit Aufzugsanlagen werden die Bahnsteige barrierefrei erschlossen und für die S-Bahnen, die nach Fertigstellung des Umbaus im 20-Minuten-Takt nach Nürnberg verkehren sollen, wird ein Wendegleis gebaut.


Überholbahnhof in Eggolsheim

In Eggolsheim entsteht ein Überholbahnhof, so dass Züge auf den zusätzlichen Gleisen zeitweise abgestellt werden können, um einem schnellen Expresszug das Überholen eines langsamen Güterzuges zu ermöglichen. Die Haltepunkte Kersbach und Eggolsheim entstehen neu. Sie erhalten Mittelbahnsteige, an denen die S-Bahnen halten. Die beiden Gleise für den Hochgeschwindigkeitsverkehr werden wie in Forchheim außen vorbei geführt.


Fünf Meter hohe Wände

Um die Auflagen des Schallschutzes einhalten zu können, werden entlang der Trasse auf neun Kilometern Länge Schallschutzwälle und -wände errichtet, teilweise auch zwischen den Gleisen. Bis zu fünf Meter sind diese Wände hoch. Und wenn das nicht reicht, spendiert die Bahn den Betroffenen Schallschutzfenster. Den Unterschied können Besucher an einem Schallschutzfenster im Info-Punkt hautnah erleben.


Zusage vielleicht im Februar

Und was ist mit dem versprochenen Haltepunkt Forchheim-Nord? "Der ist im laufenden Planfeststellungsverfahren nicht berücksichtigt", räumt Thomas Sulzer ein. Er rechnet aber damit, dass im Februar in dieser Angelegenheit eine (positive) Entscheidung fällt. Dann könne der Haltepunkt, der im Bereich der Herderstraße entstehen soll, im Rahmen einer ergänzenden Planfeststellung integriert werden.