Die Nachricht schlug ein wie einen Bombe. Kaum einer hatte damit gerechnet, dass die etablierten Parteien beim Kampf um die Nachfolge von Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) Konkurrenz bekommen. Aber jetzt hat sich Klaus Backer, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt, entschlossen, eine Bürgerinitiative zu gründen und als unabhängiger Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt zu kandidieren.
"Vorerst bin ich nur ein Bewerber. Da ich keiner Partei oder Wählergruppierung angehöre, muss die erst gegründet werden", informiert der 51-jährige, gebürtige Forchheimer, der zur Aufstellungsversammlung für 30. Dezember, ab 19 Uhr in den Schützenkeller einlädt.
"Dann benötige ich noch 215 Unterschriften von Bürgern, die meine Kandidatur unterstützen", informiert der Verwaltungsrechtler, der seit 1994 in Diensten der Stadt Forchheim steht.
Um diese Unterschriften zusammenzubringen, hat Klaus Backer, den viele auch als engagierten Musiker - unter anderem beim "Schröder Show Sextett" und bei "Insert Coin" kennen - bis 25. Januar Zeit.
Er habe keinerlei Unterstützung durch eine politische Gruppierung, gesteht der Diplom-Verwaltungsfachwirt. Was er als keinen Nachteil empfindet. "Heutzutage geht es nicht mehr darum, wer welches Parteibuch in der Tasche hat, heute sind Sachentscheidungen gefragt", sagt Backer. Der Bürger müsse das Gefühl haben, dass die Verwaltung für ihn da ist. "Der Bürger muss sich gut beraten und aufgehoben fühlen."
In der Verwaltung gelte es, Kompetenzen zu fördern und den leitenden Beamten und Angestellten mehr Entscheidungsfreiheit zuzugestehen. Als Kenner der Verwaltung traut sich Backer die Aufgabe zu, seine Heimatstadt weiter zu entwickeln. "Zur Attraktivitätssteigerung muss die Stadt auch entsprechende Wohnräume bieten, ein Freizeitangebot für junge Familien vorhalten und ein attraktives kulturelles Angebot bereit halten", umreißt Backer seine Zielvorstellungen.


Tourismus in der Region bündeln

Und: "Unsere wunderschöne Stadt muss sich besser verkaufen", findet der Bewerber, der unter dem Label FOF (Freier Oberbürgermeister Forchheim) um die Nachfolge von Franz Stumpf kämpfen will. Dabei schwebt ihm eine Kooperation mit anderen Städten vor, um den Tourismus in der Region zu bündeln. "Durch überregionale touristische Konzepte können wir alle gegenseitig profitieren" meint Backer, der gerne die brach liegende Festungsanlage der Stadt besser touristisch nutzen würde.
Nach dem Motto "Nicht kleckern, sondern klotzen" schlägt Backer vor, die "Vielzahl der kleinen und schönen Veranstaltungen zu bündeln". Es solle versucht werden, die Stärken der jeweiligen Veranstaltung herauszuarbeiten und zu zentralisieren. Dies habe eine Steigerung der Attraktivität, sowohl der Veranstaltung, als auch der Stadt zur Folge. Überdies würden die Bewohner der Innenstadt entlastet.
Auch zum Thema Migration hat sich Klaus Backer, zu dessen Hobbys neben der Musik auch Motorrad fahren gehört, bereits Gedanken gemacht. "Asylberechtigte Personen müssen möglichst schnell in die Bürgerschaft integriert werden", fordert der Abteilungsleiter. Dazu gehöre aber auch, dass die Belange der bereits seit Jahren in Forchheim lebenden Flüchtlinge, die Forchheim als ihre Heimat ansehen, gehört werden. Sie leisteten durch ihre Arbeit und ihr soziales Engagement bereits einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität in der Stadt, findet Backer.
Klaus Backer ist verheiratet, hat zwei Töchter und zwei Stieftöchter. Er ist nebenamtlicher Dozent an der Bayerischen Verwaltungsschule für Gaststätten und Sicherheitsrecht.