Der Blick der Kunden in einem Forchheimer Drogeriemarkt wandert ins leere Regal: "Haben Sie noch FFP2-Masken?" Immer wieder muss die Verkäuferin des Forchheimer Marktes antworten: "Die sind momentan ausverkauft." Morgen solle die nächste Lieferung mit 150 FFP2-Masken kommen, ab nächster Woche dann 500 pro Lieferung.

Ursula Mäx trägt bereits eine solche Maske, während sie einen Einkaufswagen vor sich herschiebt. "Ich habe das Gefühl, ich bekomme damit mehr Luft und der Schutz ist höher", sagt sie. Seit rund einer Woche trage sie auch beim Einkaufen eine FFP2-Maske - ab Montag wird das im Einzelhandel und im Nahverkehr zur Pflicht.

Während in vielen Forchheimer Drogeriemärkten die FFP2-Masken bereits am Dienstagabend ausverkauft waren, scheinen die Apotheken in Forchheim für den Ansturm gerüstet. "Ware haben wir genug", sagt Christina Utzmann von der Forchheimer Regnitz-Apotheke. Die Nachfrage sei seit Dienstag aber deutlich gestiegen.

Ähnliches sagt Georg Bayer, Inhaber der Schützenweg-Apotheke in Forchheim: "Die Anfrage ist deutlich erhöht", sagt er. Rund 8000 Exemplare habe er noch auf Lager. "Das ist immer so nach Ankündigungen: Da ist erst der Teufel los und dann normalisiert sich das nach einer Woche wieder."

Engpass befürchtet?

Dass es wegen der Pflicht bald zu einem Engpass bei FFP2-Masken kommt, glaubt er nicht. "Ich werde überschwemmt von Angeboten von Firmen", sagt der Apotheken-Inhaber. "Am Tag bekomme ich vielleicht 20 Angebote und kann bei jedem 20 000 Masken bekommen, wenn ich will", sagt er. Einen Engpass befürchte er nur, wenn die "Nachfrage weltweit wieder explodiert".

Die Masken sind zwar ein Einmalprodukt, sagt Bayer. Sie können aber eine bestimmte Stundenanzahl getragen werden, bis sie ihren Schutz verlieren. Zwölf Stunden sei eine Richtlinie, hier gebe es unterschiedliche Angaben, die zwischen acht und zwölf Stunden schwanken. "Man muss die Gesamtstundenanzahl im Auge behalten."

Eine Maske kostet in Bayers Apotheke 2,95 Euro - die Preise in den Apotheken und Drogerien variieren. Dass die Pflicht für manche auch eine finanzielle Belastung ist, verstehe er. Ansonsten halte er die Pflicht für sinnvoll, "für den persönlichen Schutz und den der anderen".

Sozial Benachteiligte bleiben auf der Strecke

Kritischer sehen die FFP2-Maskenpflicht die Sozial- und Wohlfahrtsverbände. "Für Familien, die Geld vom Jobcenter beziehen, ist das eine zusätzliche Belastung", sagt Eva Wichtermann, Geschäftsführerin der Awo Forchheim. Wenn die Staatsregierung eine solche Pflicht einführt, müsse auch dafür gesorgt werden, dass finanziell weniger gut gestellte Menschen sich FFP2-Masken leisten können.

Am Mittwoch kündigte die bayerische Staatsregierung dann an, dass für Bedürftige insgesamt 2,5 Millionen Gratis-Schutzmasken bereitgestellt werden.

Über 60-Jährige und Personen mit Risikoerkrankungen bekommen über ihre Krankenkasse Gutscheine der Bundesregierung für FFP2-Masken. Mit dem ersten Coupon sollen die Versicherten in den Apotheken bis 28. Februar sechs Masken bekommen. Ein zweiter Coupon folgt.

Die FFP2-Maskenpflicht ab Montag: Sinnvoll oder nicht? Ein Pro und Contra.