Mit dem innovativen Projekt sollen neue Wege der Zukunftsgestaltung beschritten, durch Einbeziehung der Betroffenen die Bewältigung von schwierigen Lebenssituationen erleichtert und eine dauerhafte Verbesserung der Lebensbedingungen erreicht werden, stets aber immer nur mit dem erklärten Willen und Interesse der Betroffenen. Dabei hat aktivierende Arbeit grundsätzlich Vorrang vor betreuender Tätigkeit und es werden bei der Gestaltung von Hilfen vorhandene personelle und sozialräumliche Ressourcen eingesetzt, vor allem aber wird nicht Neues geschaffen oder Bestehendes verdrängt, sondern Kooperation und Vernetzung der verschiedenen sozialen Dienste gefördert.


Befragung


Zu diesem Zweck hatten die Organisatoren der Aktion vor der Sommerpause eine "aktivierende Befragung" bei 70 Personen durchführen lassen, deren Ergebnisse jetzt Bachert dem Gremium vorstellte.
Mit Fragen wie "Was gefällt Ihnen an der Marktgemeinde Neunkirchen oder auch nicht?", "Welche Ideen haben sie?" oder auch "Was wäre wichtig, damit Neunkirchen ein attraktiver Ort zum Leben auch für ältere Menschen ist? Was müsste dafür geschaffen werden?" sollten spezifisch die Wünsche, Anregungen und Sorgen ermittelt werden.

Dabei überwogen bei "Mobilität und Verkehr" die negativen Erkenntnisse wie u. a. der starke Verkehr, die schlechten Gehwege und im Gegensatz zu Erlangen eine mangelhafte Verkehrsanbindung nach Forchheim, dafür wurden z. B. Fahrdienste in die Ortsteile, mehr Barrierefreiheit und Sitzgelegenheiten in den Grünanlagen angeregt.

Die medizinische Versorgung fanden die meisten bis auf das Fehlen von Fachärzten als positiv, wollten aber gerne mehr mobile medizinische Betreuung und ein Ärztehaus, wohingegen bei "Unterstützung und Beratung" nur das Fehlen eines mobilen Fahrdienstes kritisiert wurde und auch gerne ein "Essen auf Rädern" oder ein entlastender Dienst für das Leben zuhause gesehen würde.


Mobilfunkmasten


Bei "Freizeitangeboten" wurden als negativ u. a. die Angebote für Senioren, die oft verschlossenen Vereinsstrukturen, die Schließung des Hauses Jakobus oder auch das Fehlen eines offenen Seniorentreffs bewertet, und beim Thema "Wohnen" hauptsächlich kein seniorengerechtes und betreutes Wohnen, zu viele Doppelzimmer in Seniorenheimen oder auch zu wenig Grünflächen an den Altenheimen und die Mobilfunkmasten im Ort bemängelt.

Besonders negativ schnitt bei der Befragung dann allerdings die "Öffentliche Verwaltung" ab, wo u.a. das unsachliche und unfreundliche Personal, die Öffnungszeiten, die zu langsame Verwaltung schlechthin, das Fehlen von Winterdienst, Zebrastreifen und eines zweiten Durchgangs am Forchheimer Tor als schlecht bewertet wurden, während bei der Thematik "Kirchen" eigentlich nur die Akzeptanz von Bürgern aus den Ortsteilen in den Gotteshäusern und der Besucherschwund bei den Seniorennachmittagen negativ aufgefallen waren und eine Friedwald-Einrichtung gewünscht, ansonsten aber das Angebot der Kirchen beider Konfessionen als positiv beschrieben wurde.

Mit vielen Mängeln wurde die "Allgemeine Infrastruktur" gewertet, so z. B. der verdreckte Busbahnhof, das Fehlen von Tütchen für Hundekot oder auch von Einkaufsmöglichkeiten im Ort, von barrierefreien Toilettenanlagen und eines vormittäglichen Bauernmarktes, der Standort der Post oder auch die Einkaufsmöglichkeiten in den Ortsteilen, während man abschließend das "Zusammenleben" in puncto gute Nachbarschaften, Nachbarschaftshilfe und Zusammenhalt in den Ortsteilen, als positiv bewertete, aber gleichzeitig den mangelnden Einsatzwillen für die Allgemeinheit, das Fehlen eines Bedien-Cafes für ältere Menschen oder auch die Saufgelage auf den Kinderspielplätzen verurteilte.