Anette Kramme liebt Krimis. Die Bayreuther SPD-Bundestagsabgeordnete, die seit Dezember 2013 Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales ist, zeigte sich bei ihrem Besuch im Rathaus geradezu begeistert von der brandneu eingerichteten Büchertauschbörse, die in zwei weißen Regalen vor dem Sitzungssaal untergebracht wurde.

Natürlich weckte vor allem die Ecke mit den Kriminalromanen das besondere Interesse Krammes. Die Sozialdemokratin besuchte Egloffstein auf Initiative ihres Parteifreunds Hans-Jürgen Distler, der sie bereits vor dem Rathaus mit einem Blumenstrauß empfing.


Ausflug nach Berlin

Distler betreut in Forchheim in dem Verein "for ju" junge Flüchtlinge, die schon bald eine Bildungsreise in den Reichstag nach Berlin unternehmen. Dafür gibt es einen Fahrtkostenzuschuss aus dem Budget von Kramme.
Da Kramme aus terminlichen Gründen die jungen Flüchtlinge aus Forchheim in Berlin nicht selbst durch den Reichstag führen kann, entschloss sie sich kurzerhand, der Heimatgemeinde Distlers einen Besuch abzustatten und sich so über die Sorgen und Nöte in Egloffstein zu informieren.

Wie Kramme betonte, befinde sie sich auch noch nicht im Wahlkampf. Dieser beginne für sie erst nach der letzten Sitzungswoche des Bundestags vor den Sommerferien. Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) legte den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf den Tourismus in Egloffstein.

Erfreulich für Förtsch ist, dass die Übernachtungszahlen im Markt Egloffstein im letzten Jahr um 17 Prozent zugenommen haben. Rund 40 000 Übernachtungen wurden in 2016 in den 340 Gästebetten des Marktes gezählt. "Das ist sehr viel", freute sich Förtsch.


Sorge um Gasthof

Laut Förtsch profitiert Egloffstein vor allem von der Messe in Nürnberg. Viele Messebesucher würden in Egloffstein übernachten, weil es hier ganz einfach günstiger sei als in einem Hotel in Nürnberg. Große Sorge bereitet dem Egloffsteiner Rathauschef jedoch die nicht gerade rosige Zukunft des Gasthofes "Zur Post".

In dem 40-Bettenhaus, das Förtsch als "das touristische Aushängeschild im Trubachtal schlechthin" bezeichnete, musste bereits eine Etage aus Brandschutzgründen geschlossen werden. Das Hotel selbst wird bereits im Internet zum Verkauf angeboten. "Die Zukunft des renommierten Hauses steht auf Messers Schneide", resümierte Förtsch. Des Weiteren verwies Förtsch auf die stabile Einwohnerzahlen in Egloffstein. Eine aktuelle Prognose sagt der Gemeinde bis zum Jahr 2024 ein Einwohnerwachstum von vier Prozent voraus. Dies führt Förtsch auf die "gute Infrastruktur und die günstigen Wohnbaupreise" in Egloffstein zurück. Der Abgeordneten aus Berlin gab er aber mit auf den Weg, dass die Kommunen und auch ihre Bürger häufig unter einer "Bürokratie- und Vorschriftenflut" litten.

Kramme hielt die Elektromobilität für den einzig gangbaren Weg für das flache Land. Da hatte sie gerade erfahren, dass Förtsch als Zweitwagen ein E-Auto fährt. Anschließend besuchten Kramme und der Bürgermeister noch die Kindertagesstätte, wo Kramme von Kindergartenleiterin Elke Razock-Falk und den Kindern mit einem Lied begrüßt wurde. Kramme zeigte sich begeistert vom Egloffsteiner Kindergarten.