Wenn Dieselschwaden über dem Luftkurort Waischenfeld hängen, dann ist es wieder so weit: Das inzwischen neunte Traktor-Oldtimer-Treffen im Wiesentstädtchen bescherte den Veranstaltern der Schützengesellschaft Waischenfeld bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen eine bisher noch nie dagewesene Teilnehmerzahl.

Offiziell waren 215 historische Fahrzeuge, darunter rund 200 betagte Traktoren, für die Stadtrundfahrt am Sonntagnachmittag angemeldet. Pünktlich um 14.30 Uhr setzte sich die Bulldogkarawane nach den Böllerschüssen der Kirchenbirkiger Enzian-Schützen vom Uferpromenadenweg aus in Bewegung.


An der Promenade

Das Traktor-Oldtimer-Treffen in Waischenfeld hat sich zu einem Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt gemausert. Nicht wenige Besucher kommen inzwischen auch von weither angereist und übernachten auf einer der Wiesen entlang der Uferpromenade, um bei dem Spektakel am Sonntag dabei zu sein.
Am weitesten angereist diesmal mit seinem Traktor mit Wohnwagen Heinz Beermann aus Weida im thüringischen Landkreis Greiz. 170 Kilometer Landstraße fuhr Beermann bis nach Waischenfeld. In Fachkreisen ist das Traktoroldtimertreffen in Waischenfeld inzwischen bundesweit bekannt.


Eine Frage der Ehre

Geo Stenglein aus Breitenlesau ist einer, der von Anfang an dabei ist und noch kein Treffen in Waischenfeld ausgelassen hat. Am Anfang kam Stenglein mit seiner Agria mit Anhänger. Diesmal fuhr er mit einem Fahr-Traktor mit Baujahr 1955 von Ingo Kohrt aus Heroldsberg mit, der seinerseits alte Bulldogs sammelt.

Für Geo Stenglein ist es einfach Pflicht, in Waischenfeld dabei zu sein. Genau wie für CSU-Stadtrat und Busunternehmer Paul Lindner aus Eichenbirkig, der wieder mit seinem Lanz mit Baujahr 1939 gekommen war. In den vergangenen Jahren war Lindners schön hergerichteter Lanz immer der älteste teilnehmende Traktor. Diesmal war allerdings noch ein weiterer Lanz mit gleichem Baujahr gekommen. Die Elbersberger Bulldogfreunde kamen mit sechs Traktoren angetuckert.

Darunter war auch Doris Kipfer mit ihren zwei kleinen Kindern, die sie rechts und links im Kindersitz auf ihrem Eicher Diesel mit Baujahr 1960 festgeschnallt hatte. Von Beginn an Stammgäste in Waischenfeld sind auch Andreas Willnecker und Hans Landmann aus Tüchersfeld.

Dabei war auch Konrad Ziegler aus Streitberg, der mit seinem Bulldog schon einmal quer durch Deutschland bis nach Schleswig-Holstein zu einem Bulldogtreffen gefahren war. 2300 Kilometer hatte er dabei mit seinem Traktor auf den bundesdeutschen Landstraßen zurückgelegt. Thomas Kraußeneck aus Schwarzenbach ist der Teilnehmer mit der Startnummer 200. Er wurde von den Veranstaltern besonders geehrt.


Ein schöner Lanz

Am stärksten vertreten waren heuer die Traktorfreunde aus Kühlenfels mit dem Dritten Pottensteiner Bürgermeister Josef Schrüfer an der Spitze. Apropos Bürgermeister: Auch der Aufseßer Rathauschef Ludwig Bäuerlein fuhr bei der Stadtrundfahrt mit seinem Bulldog mit.

Mit je elf Teilnehmern sind die Traktorfreunde aus Waischenfeld und Altenplos die zweitstärksten Gruppen, gleich gefolgt von den Eicher-Freunden aus Seitenbach-Engelmeß mit zehn Dieselrössern. Mit dabei waren auch die Traktor-freunde aus Kirchleus-Lösau. Einen sehr schön hergerichteten Lanz, der fast aussah, als sei er gerade frisch vom Fabrikband gelaufen, hatte Roland Haber aus Pottenstein mitgebracht: Baujahr 1956 mit 24 PS.
Bei noch keinem Treffen gefehlt hat Franz Hartmann aus Wüstenstein. Er kam mit historischen Herkules-Motorrädern. Und an seinem immer dicht umringten Stand mit den Schnittmodellen der Hercules Motoren erklärte Hartmann Interessierten die Funktionsweise der Zweitakter.
Seit Jahren nicht fehlen darf die historische Dreschmaschine der Firma Mengele mit der Bezeichnung "Venus", welche die Organisatoren Reinhard Schrüfer und Reinhard Stenglein vor ein paar Jahren wieder zum Leben erweckt hatten.