Der erste Koalitionskrieg begann 1796 mit einem Marsch der französischen Sambre-Maas-Armee quer durch Deutschland mit dem Ziel Wien, wo der Kaiser lebte, den man stürzen wollte. Dabei kamen die Revolutionäre auch durch Franken.

Zuerst verfolgten sie siegreich die kaiserlich-österreichische Armee bis in die Oberpfalz, dann drehte jene den Spieß um. Die Kaiserlichen besiegten die Franzosen bei Amberg und vertrieben sie wieder aus dem Frankenland.

Einen ersten Eindruck, was auf sie zukommen kann, gewannen die Ebermannstadter, als die Österreicher schon am 27. Juni mit 20.000 Mann in der Nähe von Forchheim lagerten. Doch als die Franzosen mit 70.000 Mann ankamen, verschwanden die Österreicher schnell und überließen Forchheim den Feinden. Am 7. August - so der Eintrag einer Turmknopfurkunde - kamen die Franzosen auch nach Ebermannstadt: "Sie raubten und plünderten und unschuldige Töchter und Greisenweiber wurden genothzüchtigt."

Doch bald verließen sie den Ort wieder und machten sich auf den Weg nach Amberg. Am 26. August, nach der verlorenen Schlacht bei Amberg, waren die Franzosen auf der Flucht vor den Österreichern wieder in Ebermannstadt und hielten hier Rast. "Bevor sie über die Lange Meile an den Main weiterzogen, legten sie Feuer an das Städtlein", berichtet die Ortschronik. 20 bis 30 Häuser sollen rund um die Kapelle abgebrannt worden sein. Die Marienkapelle selber wurde dabei verschont.

Es gibt zwei mögliche Gründe für den Brand: Entweder wollten die Franzosen den Österreichern nur verbranntes Land hinterlassen, wie später in Strullendorf. Oder, wie die zweite Mär erzählt, ein Bauer hat einen französischen Reiter vom Pferd geschossen. Das Pferd sei der Truppe nachgelaufen und so bemerkten die Franzosen die Tat und kamen zurück, um sich zu rächen.

Schutzgelder erpresst

Auch auf der Langen Meile verhielten sich die Franzosen nicht sehr human. Sie erpressten mehrfach Schutzgelder von den Bürgern. In Oberleinleiter mussten die Bauern Brot und Hafer auf die Lange Meile bringen, um dann ohne Gespann zurückzukehren, da jene auch die Tiere behielten und die Wagen für den Transport. Insgesamt erlitt Oberleinleiter einen Schaden von rund 620 Gulden, "was den Wert eines ansehnlichen Bauernhofes entsprach", vermeldet die Chronik.

Strullendorf wurde von den Franzosen angezündet, Hirschaid und weitere Dörfer waren zu Schutzgeldzahlungen verpflichtet. Bamberg war zu jener Zeit ein begehrtes Objekt für die Franzosen; dort gab es viel zu holen von den vielen Kirchen und von den Bürgern. Als die Franzosen nach einem langen Marsch über die Lange Meile die Bischofsstadt erreichten, hatten sie auch Amberger Geiseln dabei, weil die Amberger die geforderte Kriegssumme nicht leisten konnten. Am 28. August, so ist überliefert, geschah eine kühne Tat. 60 österreichische Husaren ritten nach Bamberg, entwaffnete die Wachen des Kaulberger Tores, drangen durch mehrere Straßen, klauten dabei Karren mit Munition und Gepäck und nahm 200 Geiseln. Zwei "kühne Reiter drangen bis ans Bett des Chefs des Generalstabes im erzbischöflichen Hof. Weil sie zu lange nach Beute suchten, wurden sie jedoch überwältigt und entwaffnet", schrieb der Kriegsberichterstatter Schneidawind. Die restlichen Reiter konnten jedoch die acht im Gasthaus "Kleebaum" am Kaulberg festgehaltenen Amberger Geiseln befreien, ehe sie sich auf den Rückweg machten und zu Hause als Helden gefeiert wurden.

Mit dem Feldzug nach Italien 1796/97 bekam die Auseinandersetzung eine neue Dynamik. Napoleons Siege in Norditalien zwangen Österreich, den Frieden von Campo Formio 1797 zu schließen. Damit war der erste Koalitionskrieg zu Ende. Schließlich wurde Napoleon ob seiner militärischen Erfolge zum unumschränkten Feldherrn und späteren Kaiser, und er sorgte dafür, dass auch in Bayern die Säkularisation, die Entmachtung der Kirche, um 1803 eingeleitet wurde, woraus das Königreich Bayern entstand.