Exakt um 9.30 Uhr rücken die Mitarbeiter des Stadtgartenamtes am Montag dem 15 Meter hohen Mammutbaum in der Fichtenstraße in Reuth mit drei Motorsägen zu Leibe. Mehr als drei Jahrzehnte hat das Zypressengewächs die Familie Heidi und Manfred Wiechert begleitet.

"Etwas wehmütig ist mir schon zumute", räumt der Stifter des Christbaumes ein. Es sei einfach herrlich gewesen, wenn die Vögel in den Zweigen des Baumes genistet haben und die Eichhörnchen auf dem Mammutbaum herumturnten. Die Nachtigall, die hier gesungen hat, muss sich nun ebenso eine neue Bleibe suchen, wie Amseln, Meisen und Stare oder die Eichelhäher und Krähen, die zu Besuch kamen.

Während der Baum am Haken eines schweren Krans über das Dach des Hauses gehoben wird, holt ein Nachbar seine Kamera, um ein letztes Foto von dem Baum zu schießen, der ihn ein halbes Leben lang begleitet hat.

"Ich hatte Sorge, dass eine Böe eines Tages den Baum umwirft oder dass die Spitze abbricht und Schaden anrichtet" erläutert Manfred Wiechert die Motive, warum er den Mammutbaum als Christbaum gespendet hat. Außerdem hat er einen großen Schatten geworfen. "In der einen oder anderen Wohnung der in den 80er Jahren erbauten Reihenhäuser, vor denen der Baum stand, war es schon sehr dunkel", gesteht Wiechert.

Unter Polizeischutz wurde der Christbaum zum Rathausplatz gebracht und mit Hilfe des Kranes aufgerichtet. Damit der mächtige Stamm in die 33 Zentimeter breite Halterung passt, wurde der Durchmesser von ursprünglich 80 Zentimetern entsprechend reduziert. Dann wurde der Christbaum verkeilt. Ein Metallgerüst, so Andreas Geck vom Stadtgartenamt, gibt dem 15 Meter hohen Baum zusätzlichen Halt.