Ein buntes Programm mit perfekten Schautänzen und Garden in zauberhaft geschneiderten Kostümen, ein gut aufgelegter Moderator und Sitzungspräsident (Michael Tiefel), hohe Karnevalsauszeichnungen und das Warten auf den Stargast des Abends, den Wortakrobaten Oliver Tissot - der Karnevalsclub Herzogenaurach (KCH) bot in seiner zweiten Prunksitzung vor allem viel fürs Auge.

Im Mittelpunkt des Abends standen die Ehrungen für verdiente KCH-Aktive durch Werner Kilian vom FVF, dem Fastnachts Verband Franken. Dass sie nicht nur Näherinnen, Betreuerinnen oder Trainerinnen im Verein sind, bewiesen Andrea und Christina Kriesl. Nicht in eleganter Abendrobe, sondern im Schlumpf-Kostüm für einen anstehenden Tanzauftritt, nahmen die beiden die Ehrennadel des Verbands in Silber entgegen, die ihnen für ihre Verdienste überreicht wurden.

Und dann gab es da auch noch einen "Pfiff", keinen An- oder Abpfiff, sondern den Thomas Pfeifer mit dem Spitznamen "Pfiff", dem wichtigen KCH-Mitarbeiter und Tonexperten, dem Mac-Schall, dank dessen Hilfe und technischem Können die Zuhörer im Saal nicht beschallt würden und auch im Dunkeln säßen. Auch für ihn gab es die silberne Ehrennadel.

Mit dem "Till von Franken", der höchsten Auszeichnung des FVF, bedachte Vorstandsmitglied Kilian Yvonne Tiefel, die schon vor 30 Jahren unter ihrem Mädchennamen Mirschberger als Tanzmariechen auf der Bühne stand. Seither ist sie in vielen Funktionen eine Säule des Vereins, wie überhaupt das "Familienunternehmen" KCH mit all den Tiefel, Bitter , Schöpp und Schaufler, Fried und Herbig und wie sie alle heißen, nicht überleben könnte.

Die Stimmung im Saal, wie üblich bei der zweiten Sitzung lockerer und gelöster, fand gegen Mitternacht ihren Höhepunkt mit Männerballett, "Almdudlern" und der großen, perfekt initiierten Abschluss-Schau. Vorher jedoch noch der Stargast des Abends, der Nürnberger Kabarettist und "Entertainer" Oliver Tissot.

Er wirkte ein wenig gehetzt - bei fünf Auftritten am Abend zwischen Würzburg und Neumarkt kein Wunder, schließlich ist der Fasching in diesem Jahr recht kurz und die Zahl guter Redner aus der Region ist begrenzt. Der promovierte Soziologe bewies, zu welchen Wort-Neuschöpfungen er fähig ist. Sollen die Franken schnell weg, weil sie einen Frankenschnellweg haben? Ist Bürgermeister German Hacker wirklich "a german häcker", der unsere PCs arbeitsunfähig macht? Und müssen die Herzogenauracher wirklich an ihre Hauswände pinkeln, nur weil es hier lauter feine Pinkel gibt?

Man hätte dem wortgewandten Redner noch länger zuhören können, aber die Zeit des Frankenstars drängte und vor der "Rauchfangtür" im Vereinshaus wartete bereits der Wagen mit laufendem Motor, der Tissot zum letzten Auftritt nach Neumarkt bringen sollte.

von Klaus-Peter Gäbelein