In seinem Briefkasten dürfte so ziemlich jeder in Höchstadt und Weisendorf den kleinen, weißen Flyer gefunden haben. Post von der Deutschen Post. Sie sucht Räumlichkeiten für Briefzusteller im Bereich Weisendorf bis Höchstadt. Voraussetzung: 730 Quadratmeter groß, 29 Kfz-Stellplätze, ebenerdig, Sozialräume und anfahrbar mit Lastzug. Der Grund: Die Zustellstützpunkte in Höchstadt, Uehlfeld und Weisendorf sollen in einem neuen Gebäude zusammengelegt werden. "Die bisherigen Standorte werden dann aufgegeben", bestätigt Erwin Nier, Pressesprecher der Deutschen Post.

Grund für das Vorhaben sind vor allem die immer weiter anwachsenden Sendungsmengen, vor allem was Paketbestellungen angeht.
"In Uehlfeld und Weisendorf ist es unter diesen Umständen schon sehr beengt", erklärt Nier.

Geld und Fahrzeugbewegungen sparen

Bisher fahren die Lkw aus den Frachtzentren in Feucht und Nürnberg alle drei Zustellstützpunkte einzeln an. Zweimal am Tag. Morgens bringen sie die Post, nachmittags holen sie zurückgegebene Pakete wieder ab. "Das wollen wir effizienter gestalten", sagt Nier. Künftig sollen die Lkw nur noch einen Stützpunkt im Landkreis anfahren. Nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, wie Nier zugibt, sondern auch der Umwelt zuliebe: "Das spart Geld und Fahrzeugbewegungen."

Insgesamt 45 Mitarbeiter sind davon betroffen. Je nachdem, wo die passende Immobilie gefunden wird, könnte zumindest ein Teil der Zusteller künftig weitere Anfahrtswege von zuhause bis zum neuen Arbeitsplatz haben. Und nicht nur das. Zwar ersparen sich bei einem statt drei Stützpunkten die Lkw mehrere Fahrten, die Zusteller selbst müssen ihre Post dennoch direkt vor Ort loswerden. "Wir haben zehn Zustellautos. Sollte in Höchstadt keine Räumlichkeit gefunden werden, müssen wir hin und her fahren", sagt Roland Förster, Teamleiter des Zustellstützpunktes in der Großen Bauerngasse. Seine Mitarbeiter haben die Neuigkeiten relativ gefasst aufgenommen. "Anfangs waren wir aber schon ein bisschen geknickt", sagt er. Um die Arbeitsplätze an sich muss sich aber keiner Sorgen machen: "Wir haben in keinster Weise auch nur einen Hauch von Rationalisierung vor", betont Pressesprecher Nier.

Neuer Stützpunkt hat keine Eile

Die drei Stützpunkte in Höchstadt, Uehlfeld und Weisendorf in einem der jetzigen Gebäude zusammen unterzubringen, ist logistisch nicht möglich: "Da reichen die Kapazitäten nicht", erklärt Nier. Der Versuch, Fahrten für die Lkw zusammenzulegen, sei in anderen Regionen bereits geglückt. "Teilweise haben wir fünf bis sechs Stützpunkte zusammengelegt", erinnert sich Nier. Die Absicht, eine neue Räumlichkeit zu finden, würde dennoch nicht eilen. Gesucht wird ganz ohne Not: "Wir nehmen nicht das Erstbeste! Es ist ja nicht so, dass wir jetzt zwingend irgendwo raus müssen."

Deswegen wartet auch Ingo Sauer, Eigentümer des Gebäudes in der Großen Bauerngasse, erst einmal ab. Nächste Woche trifft der Brauer sich mit einigen Verantwortlichen des Vorhabens. "Wir wollen, dass die Deutsche Post bei uns im Gebäude bleibt", sagt Sauer. Derweil informiert Nier: "Erste Reaktionen auf den Flyer haben wir bereits."