Willy Astor ist Comedian, Wortakrobat, Kabarettist, Gitarrist und Komponist. Seine aus Wortverdrehungen entstandenen skurrilen Geschichten sind einzigartig. Aber auch als Musiker und mit seinen Lied-Parodien ist er großartig. Am Samstag, 23. April gibt der bekannte Münchner Künstler mit seinem Programm "Reim Time" ein Gastspiel in der Aischtalhalle. Im Gespräch verrät er, worauf sich sein Publikum freuen darf und was er von der Aufregung rund um Jan Böhmermann hält.


Wie gut kennen Sie Franken, den Aischgrund, Höchstadt?
Willy Astor: Höchstadts spezielle Kulturgüter kenne ich nicht. Aber die Franken haben bei mir einen Stein im Brett. In Franken waren meine ersten Stationen als Künstler außerhalb Oberbayerns. Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden und habe sogar einen Franken-Song geschrieben. Es gibt nicht so viele Oberbayern, die Franken ein Lied gewidmet haben.

Wie kamen Sie eigentlich auf diese Wortspiele? Wurde Ihnen der Witz in die Wiege gelegt?
Ich war schon in der Schule Entertainer. Die Hinwendung zum Wortkabarett ist mit der Zeit entstanden. Das ist nicht konstruiert. Ich habe gemerkt, dass es gefällt. Das ist alles selbst geschaffen. Ich habe keinen Ghostwriter.

Ist es schon passiert, dass das Publikum die Wortspiele nicht versteht?
Generell ist mein Publikum sehr erwachsen. Das ist ein Publikum, das meinen Anspruch spürt und ein Gefühl dafür hat. Ich fordere die Leute durchaus und versuche, ihnen nicht so viel Zeit zu lassen. Es braucht ein gewisses Tempo, um witzig zu sein.

Was können wir bei Ihrem Gastspiel erwarten?
Es wird viel gereimt. Es ist viel Musik dabei. Es gibt jede Menge Schubladen, die ich aufmachen will. Thematisch ist alles dabei. Ein roter Faden würde mich langweilen. Die Senioren kommen auf ihre Kosten, alternativ gibt es eine Nummer über die Pubertät. Aber auch interaktive Geschichten mit dem Publikum.

Was lieben sie mehr - das Wortkabarett oder die Musik?
Das ist wie mit Kindern, die man selbst groß gezogen hat. Man liebt sie alle. Entsprechend liebe ich, was ich erschaffen habe.

Wer oder was hat Sie als Künstler am stärksten geprägt?
Natürlich ein gutes Umfeld. Gerhard Polt und die deutsche Kabarettszene. Man hat als Künstler immer die Antennen ausgefahren und richtet den Blick auf das, was gerade los ist.
Gerade ist das ja der "Fall Böhmermann", von dem alle Welt spricht. Was sagen Sie dazu?
Das ist ein sehr geschätzter Kollege. Aber bei diesen Statements - beispielsweise, wenn es um Sex mit Tieren geht - kann ich nicht mitgehen, da steig ich aus. Das geht über das hinaus, was Satire machen darf oder machen soll.

Sie sehen Ihre Mission darin, Leute zum Lachen zu bringen. Wie schwierig ist es, lustig zu sein?
Ich bin ja nicht den ganzen Tag über Komiker. Natürlich ist es in einer guten Grundstimmung leichter, witzig zu sein. Auch ich habe Formschwankungen, die ich mir aber am Abend nicht erlaube. Ich bin happy, dass ich Kunst machen kann, die aus mir selbst kommt. Tatsächlich befinde ich mich auf der Sonnenseite: Ich bin ein selbstbestimmter Mensch!

Das Gespräch führte
Evi Seeger.