Der "Song of a Blackbird" - wie es in einem Liedtitel poetisch heißt - ist in Förtschwind überall gegenwärtig. Denn die Amsel (englisch: blackbird) gibt es in dem Höchstadter Ortsteil noch sehr häufig. Auch eine Rauchschwalbe segelt hoch oben durch die Lüfte, lässt sich aber ungern von der Kamera einfangen. Ja, der Ort samt seiner näheren Umgebung ist geradezu ein Vogelparadies. Die Förtschwinder haben das bereits 1958 festgestellt und einen Singvogelschutzverein ins Leben gerufen. Seither finden alljährlich an Christi Himmelfahrt Vogelwanderungen statt, die Besucher aus dem weiten Umkreis anziehen.

Stefan Arneth und Gerhard Utzmann, die derzeit als Vorsitzende den Verein führen, sehen sich jedoch darüber hinaus auch zu anderen Aufgaben verpflichtet.
Freiwillig zwar, jedoch zum Wohl ihrer gefiederten Freunde zählen sie zweimal im Jahr zu den vorgegebenen Terminen der "Stunde der Wintervögel" und der "Stunde der Gartenvögel" den Vogelbestand. In den letzten Tagen - vom 9. bis zum 12. Mai - hatte der Landesbund für Vogelschutz zur Zählung der Gartenvögel aufgerufen.

Wie der Name schon sagt, sollte jeweils eine Stunde im Garten oder rund ums Haus gezählt werden.

Der Landesbund stellt dafür Zählhilfen und Infomaterial zur Verfügung, mit dem die Vogelarten leicht zu identifizieren sind. Denn schließlich sollen sich nicht nur ausgebildete Ornithologen an der Zählung beteiligen. 13 verschiedene Vogelarten hat Stefan Arneth an Himmelfahrt auf dem eigenen Anwesen gezählt. Die Kohl- und die Blaumeise, Girlitz, Stieglitz, Buchfink, Grünfink, Hausrotschwanz und Rauchschwalben waren darunter. Die häufigste Art war natürlich der Feld- und der Haussperling.

"Ideal ist eine Zählung früh morgens und bei schönem Wetter", sagt Gerhard Utzmann.

Nicht umsonst habe der Verein seine Vogelstimmenwanderung früh um sechs Uhr angesetzt. Schon um die Mittagsstunde würden die Vögel ziemlich still. Die Vogelzählung gibt es erst seit einigen Jahren. Die Ergebnisse können online, per Post oder per Fax an den Landesbund übermittelt werden. "Ein Feedback bekomme man auch", sagt Stefan Arneth. Der Landesbund wertet die Ergebnisse aus und sendet sie an den Verein. Aufgrund der Zahlen sei im vergangenen Jahr festgestellt worden, dass der Bestand an Amseln durch eine Krankheit stark zurückgegangen sei. Die beiden Vorsitzenden können die Vogelfreunde jetzt aber beruhigen: In ihrer Region sei der Amselbestand stabil.

Einen neuen Rekord konnte der Verein bei der diesjährigen Vogelwanderung verzeichnen.

Bei der in zwei Gruppen vom Höchstadter Biologen Hans Krautblatter und von Konrad Beringer aus Burgebrach geführten Vogelstimmenwanderung wurden insgesamt 62 verschiedene Vogelarten gehört und zum Teil sogar gesehen. Darunter auch so seltene wie den Eisvogel, den Pirol oder das Blaukehlchen. Rund 70 Teilnehmer erfuhren bei den Wanderungen Interessantes über Flora und Fauna.