Bernhard Panzer ist Redakteur. Den meisten Herzogenaurachern durchaus bekannt. Vielfältig, zumindest was die lokale Berichterstattung angeht. Und genau dieser Bernhard Panzer fragt den Autor dieses Artikels, ob er kurzfristig eine Konzertberichterstattung am Altstadtfest übernehmen könne. "Nur die eine Nummer am Samstagabend, das wäre ideal", hieß der Auftrag. Ob er wohl das Altstadtfest genießen will, ohne arbeiten zu müssen?
Um 19 Uhr herrscht reges Treiben im Schlosshof. "Six to real" spielt auf der Bühne, ganz nett. Und der Kollege steht inmitten von Instrumenten und einiger Männer im Bühnenbereich. Jetzt berichtet er doch selbst? Warum dann ein zweiter Mann, der seinen Urlaub unterbrechen musste. Bernhard stellt die Jungs vor: "Das sind die Mitglieder von ,Tuff Enough'. Die spielen dann um 20 Uhr!"


Er bleibt auf der Bühne

Es fängt leicht an zu nieseln.
Die Besucher im Schlosshof drängen sich unter den Schirmen. Hoffen darauf, dass die angekündigten schweren Unwetter vorbeiziehen. Eine Viertelstunde vor acht baut "Tuff Enough" auf der Bühne auf. Bernhard dabei - ein männliches Groupie? Er schließt den Bass an und zupft auf den Saiten herum. Werner "Snoopy" Lorenz übernimmt die Gitarre und stimmt sie. Mike Amon macht sich am Schlagzeug warm. Jürgen "Crazy" Krejsa singt die ersten Töne. Eine markante Stimme.
Zur vollen Stunde geht es dann richtig los. Dem Regen trotzen. "Sommer Song" und der Hinweis "The Boys are back in town". Und Bernhard steht dabei, immer noch. Kein Groupie, kein Aufbauhelfer - er ist offensichtlich Mitglied von "Tuff Enough". Ein schneller Blick ins Internet bestätigt das Gesehene. Unter dem Musikerspitznamen "Bö" gehört er zur Gruppe dazu. Jetzt erklärt es sich, warum er nicht selber schreiben will.
Ein Redakteur, der den Bass spielt. "Hat nur vier Saiten. Für die, denen die Gitarre zu viele hat", erzählt er am Rande des Konzerts. Und die hämmert er, zupft er, schlägt er. Die Griffe am Hals sitzen. Angepasst an den Rest der Band.


Cover-Rock vom Feinsten

Sie beherrschen ihre Instrumente und nicht umgekehrt. "Two princes", "Smoke on the water" und "Purple rain" sind sicher die bekannten Songs. Cover-Rock vom Feinsten, aber keine leichten Stücke. Sie fordern die Band, die letztmalig vor 20 Jahren gemeinsam auf der Bühne stand. Doch wenn die Großen wie die Rolling Stones, Kiss und andere ihre Comebacks feiern, wird in Zukunft in einem Atemzug auch "Tuff Enough" genannt werden können.

Wobei, erzählt der musizierende Redakteur Bö später, es noch nicht sicher sei, wie es weitergeht. Denn Frontmann Crazy wollte eigentlich nur diesen einen Auftritt absolvieren. Er trägt die Band mit seiner Stimme aber mit. Röhrend, kräftig, Schreie, die musikalisch sind, mehr als ein Talent - ein Könner.
Im Schlosshof kommt neben der tollen musikalischen, fehlerfreien Leistung vor allem eines an: Die fünf Jungs haben richtig Spaß.

Es ist ein besonderes Konzert, weil es sind viele Freunde und Fans gekommen, die vor 20 Jahren beim Abschiedskonzert waren. Und sie sind einer Meinung: Die dürfen nicht aufhören, die sind genial. Die Forderung nach Zugaben und der Applaus unterstrichen das.

Die nachfolgende Band und als Top-Act angekündigten "Faded Glory" hatte es dann natürlich schwer, nochmals einen draufzulegen. Die Fans hoffen nun, dass "Tuff Enough" weitermacht und nicht wieder 20 Jahre wartet. Bernhard "Bö" Panzer wäre auf alle Fälle dabei.