"Eine Kür im Synchronschwimmen könnte man mit einem 400-Meter-Lauf vergleichen, bei dem man nur einmal Luft holt", sagt Katharina Lang und verdeutlicht damit, wie anspruchsvoll und anstrengend diese Sportart ist.
Lang leitet die Synchronschwimm-Abteilung des Eis- und Schwimmsportclubs Höchstadt (ESC), und führte durch die Gala am Samstagabend, die trotz der musikalischen ESC-Konkurrenz im Fernsehen das Hallenbad füllte.

Während die über 20 Sportlerinnen in den Umkleiden die letzten Vorbereitungen für ihre Auftritte trafen, präsentierte Lang einige "Fun Facts" zu ihrem Sport und beantwortete häufig gestellte Fragen. Können die Schwimmerinnen beim Tauchen die Musik überhaupt hören? Zur Erklärung zog Lang an einem roten Stab am Beckenrand und förderte einen kleinen Lautsprecher hervor der die Musik überträgt und so dafür sorgt, dass die Mädchen auch unter Wasser im Rhythmus bleiben können.


Gesamter Körper gefordert

Passend zum Takt der modernen Lieder wirbeln die Schwimmerinnen durch das große Becken, lassen sich treiben und bilden gemeinsame Formationen. Sie holen Luft, tauchen ab und schon schießen ihre Füße wieder durch die Wasseroberfläche, zeigen in die eine und kurz darauf in die andere Richtung, mal angewinkelt, mal gestreckt.

"Synchronschwimmen ist Leistungssport und fordert den gesamten Körper", erklärt Lang, die Beweglichkeit, Ausdauer, die richtige Atmung und Eleganz als zentrale Anforderungen aufzählt.

Marietta May ist seit sieben Jahren im Team des ESC und stimmt zu: "Es ist sehr anstrengend, auch wenn es so einfach aussieht." Sie entdeckte zufällig bei einem Besuch im Hallenbad einen Aushang der Abteilung und liebt seitdem die Vielseitigkeit ihres Sports. Auch wenn sie eine halbe Stunde von Höchstadt entfernt wohnt, kommt sie gerne zum wöchentlichen Training unter der Anleitung von Katharina Lang, Anita Weidner und Stéphanie Geyer.

Da das Hallenbad am Sonntag die Saison beendet hat, wird das Training ab dieser Woche ins Freibad verlegt. Es findet an jedem Samstag während der Schulzeit von 9 bis 11 Uhr statt. Alle Interessierten sind jederzeit willkommen.


Wettkämpfe geplant

Ab der nächsten Saison möchte das Team der Synchronschwimmer auch in Wettkämpfe einsteigen. Zwei Duette präsentierten bereits ihre dafür ausgelegten Choreographien. Neben der Kür wird bei den Wettkämpfen auch ein Pflichtteil gefordert. Eine Gruppe zeigte deshalb, wie eine Technikprüfung aussieht, bei der fünf Übungen nacheinander ausgeführt und mit einer speziellen Handbewegung getrennt werden.

Weitere Highlights waren zwei der jüngsten Schwimmerinnen, die gemeinsam das tiefe Wasser und die Herzen der Zuschauer eroberten, sowie eine ausgefallene Performance mit schwarzen Regenschirmen. Beim gemeinsamen Finale gingen schließlich die Lichter aus und die Schwimmerinnen malten mit leuchtenden Stäben ihre letzten Figuren ins Becken.