Wenn ein Fußballer Laufrekorde bricht

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Patrick Schneider spielt Fußball für den TSV Aschbach und betreibt Leichtathletik beim LAC Quelle Fürth. Letzteres beschert ihm derzeit die größeren Erfolgserlebnisse. Fotos: Sportfoto Kiefner
Patrick Schneider spielt Fußball für den TSV Aschbach und betreibt Leichtathletik beim LAC Quelle Fürth. Letzteres beschert ihm derzeit die größeren Erfolgserlebnisse. Fotos: Sportfoto Kiefner
Marvin Heinrich (li.) und Lukas Abele (Mitte) schnappten Jamie Williamson (re.) vom LAC Quelle Fürth die beiden Startplätze für die Junioren-Weltmeisterschaft in Polen weg.
Marvin Heinrich (li.) und Lukas Abele (Mitte) schnappten Jamie Williamson (re.) vom LAC Quelle Fürth die beiden Startplätze für die Junioren-Weltmeisterschaft in Polen weg.
 
 

Patrick Schneider läuft sonntags 90 Minuten über den Rasen des TSV Aschbach. Jetzt unterbot er eine 400-Meter-Bestmarke.

Im Vorprogramm der Regensburger Sparkassen-Gala hat Patrick Schneider vom LAC Quelle Fürth über 400 Meter überrascht. Im D-Lauf verbesserte der 24-Jährige seine Bestzeit um 1,4 auf 46,22 Sekunden. Damit löste er Karl Friedrich Haas vom 1. FC Nürnberg nach 60 Jahren als schnellster Mittelfranke über diese Strecke ab. "Dass Patrick unter 47 Sekunden laufen kann, war klar, aber die Zeit ist ein Hammer," sagte sich sein Trainer Harald Schmaus.
Die Ergebnisse der vergangenen Wochen hatten eine Verbesserung seiner Bestzeit von Herzogenaurach erwarten lassen, als der Puma-Mitarbeiter auf dem Adi-Dassler-Sportplatz die B-Läufe über 200 und 400 Meter gewann. Vor allem die 200-Meter-Zeit von Weinheim (21,40 s) weckte Hoffnungen. Beim Rennen in Regensburg setzte er sich schon vor der Zielgeraden an die Spitze, triumphierte klar vor dem Chemnitzer Marvin Schlegel und nahm Nico Motchebon den Vereinsrekord ab. 1#googleAds#100x100


Bezirksrekord war 60 Jahre alt

Vom Unterbieten des Uralt-Bezirksrekords, der seit 1956 bei handgestoppten 46,2 Sekunden stand, wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Für "Handzeiten" werden 0,24 Sekunden aufgeschlagen, um die Reaktionszeit zu berücksichtigen.

Schneider ist eigentlich Fußballer, spielt nebenbei in der Kreisklasse Bamberg 3 beim TSV Aschbach. Die ersten Leichtathletik-Versuche im Nachbarverein TSV Burghaslach waren vielversprechend: Im ersten Jahr lief er 48,60 Sekunden und wurde hinter dem Münchner Johannes Trefz süddeutscher Vizemeister der U23. Der Abstand zum Sieger war mit zwei Sekunden noch ganz schön groß. In Regensburg wurde Trefz jetzt Zweiter im A-Finale (46,02 s) und verpasste die Europameisterschaftsnorm nur um zwei Hundertstelsekunden. Der Titel ging an den Hannoveraner Alexander Gladitz, der mit 45,94 Sekunden die Norm knackte. Patrick Schneider wurde in der Addition aller Läufe Dritter.

Die Fußball-Saison ist inzwischen vorbei - Zeit, sich neue Ziele für das Leichtathletik-Jahr zu setzen. "Ich möchte bei der deutschen Meisterschaft ins Finale kommen," sagt der 23-Jährige bescheiden. Dabei könnte er mit dieser Leistung sogar mit der 4x400-Meter-Staffel zur EM nach Amsterdam fahren.

Bei seinem Trainingspartner Jamie Williamson war die Freude über eine persönliche Bestzeit von 3:45,45 Minuten über 1500 Meter indes verhalten. Im Gegenteil: Der Ärger des deutschen Jugendmeisters war zunächst groß. Denn nachdem Lukas Abele (Hanau) und Marvin Heinrich (Berlin) mit 3:45,12 und 3:45,40 Minuten vor ihm landeten, darf der Herzogenauracher nicht mit zur Junioren-Weltmeisterschaft nach Polen fahren. Die Norm haben zwar alle drei erfüllt, es gibt aber nur zwei WM-Starter.


Bastian Grau gewinnt B-Finale

Mehr zu lachen hatte Bastian Grau vom LSC Höchstadt. Im B-Finale über 1500 Meter siegte der Zwillingsbruder des deutschen 3000-Meter-Hindernis-Meisters Martin in 3:47,88 Minuten, womit er Achter des Hauptlaufs geworden wäre. red