Obwohl die Bezirksoberliga-Handballer der Turnerschaft Herzogenauracher den Aufstieg bereits vor Wochen ad acta legen mussten, sammelte die Sieben von Trainer Ingo Kundmüller zuletzt weiter fleißig Punkte. Mit dem jüngsten 28:25-Heimerfolg gegen den ESV Regensburg sicherte sich das Team am vorletzten Spieltag die Vizemeisterschaft.


TS Herzogenaurach - ESV Regensburg 28:25

Dabei lieferten sich beide Kontrahenten eine völlig ausgeglichene erste Halbzeit, die in den Anfangsminuten von den Gastgebern bestimmt wurde. Zwei schnelle Treffer brachten Herzogenaurach in Front. Dieser Vorsprung hatte allerdings nur kurz Bestand.
So übernahmen zur Mitte des ersten Durchgangs die Domstädter das Zepter und hatten zwischenzeitlich leicht die Nase vorne (4:4: 6:4; 7:5).

Dabei fand vor allem Gäste-Akteur Thomas Reber immer wieder Lücken im Defensivverbund der Hausherren und nutzte diese gekonnt aus. Insgesamt sieben Mal netzte der ESV-Torjäger ein und hielt damit seine Regensburger im Rennen. Auf der anderen Seite stotterte der Angriffsmotor des Tabellenzweiten gewaltig. "Zwischenzeitlich waren wir im Torabschluss zu unkonzentriert. Da waren einige schlecht vorbereitete Würfe dabei, die letztlich über den Querbalken gingen", haderte TSH-Kapitän Jonas Hirning nach Abpfiff. Trotzdem gelang es, das Spiel bis zum Pausenpfiff wieder offen zu gestalten. So gingen die Widersacher beim Stand von 10:10 in die Kabinen.

Bis dahin hatten die Zuschauer eine kampfbetonte Partie zu sehen bekommen, in der spielerische Höhepunkte Mangelware waren. In der Pause stellte sich Herzogenaurach daher auf eine weitere intensive halbe Stunde ein, in der die abstiegsbedrohten Regensburger noch einmal alles in die Waagschale werfen würden. Letzteres setzte die Mannschaft von Gäste-Trainerin Sabine Ehlis auch um. Bis zum Stand von 25:25 boten die Regensburger den Tabellenzweiten von der Aurach mustergültig Paroli.

Außerdem nahm auch die körperliche Intensität zu. Dies wurde durch eine Rote Karte gegen Jürgen Wonner, der dritten Zeitstrafe gegen ESV-Akteur Martin Kuttenberger und Philipp Wolf, der nach einem Schlag ins Gesicht ein Stück seines Zahns verlor, untermauert. Eine Bilanz, die hinsichtlich des drohenden Abstiegs der Regensburger kaum verwunderte. Spielerisch setzten in der Schlussphase jedoch nur noch die Gastgeber Akzente.
Aufseiten der Turnerschaft tat sich besonders der Rückraum hervor: So erzielten die drei Distanzschützen Thomas Janson, Markus und Philipp Wolf mit insgesamt 17 Treffern mehr als die Hälfte aller TSH-Tore. Gepaart mit der reiferen Spielanlage sorgte dies letztlich für die Entscheidung. Während die Offensivreihe der TSH noch dreimal jubelte, wurde die Abwehr der Hausherren kein weiteres Mal mehr überwunden.

Der Turnerschaft ist im anstehenden letzten Saisonspiel beim HC Forchheim die Vizemeisterschaft aufgrund des besseren direkten Vergleichs mit dem SV Auerbach nicht mehr zu nehmen. Wenngleich sich die Verantwortlichen der TSH über den Silberrang freuten, wurde der Fokus unmittelbar nach der Partie auf den Saisonabschluss gerichtet. "Es war heute ein Arbeitssieg, den wir uns verdient haben. Die Vizemeisterschaft ist ein tolles Ergebnis für uns, aber die Runde ist noch nicht vorbei. Mit Forchheim haben wir immerhin noch eine Rechnung offen", sagte Hirning in Anspielung auf die 32:33-Hinspiel-Pleite seiner Mannschaft.
TSH: Kammerer, Mayer, Schauer - Theiss (1), Hirning (3), Will (1), Josnik, Sieber, Janson (4), Wonner (4), Großhauser (2/1), Auer, P. Wolf (4), M. Wolf (9/2)