Der LSC-Zug kommt langsam ins Rollen. Bei den bayerischen Langstaffelmeisterschaften in Fürth holte sich sowohl das Männer- als auch das U23-Team überlegen den Sieg über 3x1000 Meter. Zwei Tage später heimsten die Schützlinge von Trainer Markus Mönius einen Dreifacherfolg beim internationalen Ludwig-Jall Sportfest in München über 800 Meter ein.

Die Bedingungen hätten nicht schlechter sein können bei den Staffelmeisterschaften, die auf dem Gelände des TV 48 Fürth ausgetragen wurden. Wie vor drei Jahren regnete es fast ununterbrochen bei unangenehmen neun Grad Außentemperatur. Chefcoach Mönius musste kurzfristig auch noch seine Mannschaften umstellen und profitierte von der großen Zahl an Athleten in seinem Team. Für den noch erkälteten Konstantin Wedel kam dessen sieben Jahre älterer Bruder Zacharias ins Team. In der Aufstellung Tobias Budde, Christian Amon und Marco Kürzdörfer (U23) sowie Florian Lang, Zacharias Wedel und Martin Grau bei den Herren war das Ziel, sowohl beide Titel als auch jeweils die Qualifikation zur deutschen Staffelmeisterschaft zu erlaufen.

Die Taktik sah vor, dass das U23-Team beim letzten Wechsel etwas vorne liegen sollte, damit Schlussläufer Grau mit seiner bestechenden Form dann nochmal die Männer in Angriffsposition bringen kann. Die Taktik ging auch fast auf, nur dass das Juniorenteam einen zu komfortablen Vorsprung beim letzten Wechsel hatte, sodass Marco Kürzdörfer die ersten 400 Meter eher entspannt angehen konnte, während Martin Grau Vollgas gab. Er konnte zwar den Rückstand verkleinern, aber auf den letzten 200 Metern zündete Kürzdörfer den Turbo und sicherte den Sieg des U23-Teams (7:35,12). Genau wie die Männermannschaft (7:37,60) unterboten die jüngeren LSCler die Qualifikationsnorm für die deutsche Meisterschaft Anfang August in Wattenscheid.

Budde lässt nichts anbrennen

Nach nur einem Tag Regeneration starteten vier LSC-Läufer über 800 Meter beim gut besetzten Ludwig-Jall Sportfest in München. Tobias Budde führte das Feld an, nachdem er 56 Sekunden für die ersten 400 Meter gebraucht hatte, und baute seinen Vorsprung bis in Ziel deutlich aus. Er gewann das Rennen überlegen in 1:55,37 Minuten vor Christian Amon (1:59,18) und Florian Lang (2:00,32), der am Vormittag noch bei einem Straßenlauf über 7,7 Kilometer angetreten war. Zacharias Wedel hatte etwas Pech: Von seinem Trainer ohne Zeit gemeldet, musste er im schwächeren B-Lauf starten und lief von der Spitze (2:04,19), was ihm Gesamtplatz 7 von insgesamt 29 Finishern einbrachte.

Am kommenden Freitag startet fast das komplette Top-Team bei der Laufnacht in Regensburg. Dort wird Konstantin Wedel - hoffentlich gesund - um den bayerischen Meistertitel über 3000 Meter Hindernis mitkämpfen. Auch sein Bruder versucht sich auf dieser Strecke und kann um eine Medaille bei den Männern mitlaufen. Der Rest des Teams testet eine Woche vor den deutschen U23-Meisterschaften seine Form über 800 bzw. 1500 Meter.

Drei Sekunden fehlen für Zürich

Nur Martin Grau setzt aus, er konzentriert sich voll und ganz auf sein wichtiges Rennen in Dessau am Mittwoch, 11. Juni. Dort hofft er, die EM-Norm für die 3000 Meter Hindernis nochmals angreifen zu können, die er vor wenigen Tagen beim internationalen Leichtathletik Meeting im französischen Forbach knapp verpasst hatte.
Der Biengartner ging mit viel Selbstvertrauen ins Rennen. Vom Start weg setzte er sich an die Spitze und hielt die Vorgaben seines Trainers sekundengenau ein. Die 1000-Meter-Marke passierte er bei 2:48 Minuten, auf dem zweiten Kilometer ließ er nur wenig nach, aber es fehlte ein gleichwertiger Rennpartner, um das Tempo konstant hoch zu halten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Grau schon 150 Meter Vorsprung auf den zuvor ebenfalls stark eingeschätzten Benedikt Karus.

Mit großem Willen kämpfte er auf den letzten Runden und legte nochmals zu. Im Ziel hatte Martin Grau 26 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Youssef Jbara. Mit seiner Siegerzeit von 8:30,46 Minuten katapultierte er sich in eine andere Liga und verbesserte seine persönliche Bestleistung um zwölf Sekunden. Damit ist die EM-Norm für Zürich von 8:27,50 Minuten ein realistisches Ziel, das sich weder Grau noch sein Trainer im vergangenen Herbst ernsthaft hatten erträumen lassen. Im Vorbeigehen verbesserte der Höchstadter zudem den über 20 Jahre alten Stadionrekord und liegt auf dem zweiten Platz der aktuellen europäischen Bestenliste.