Der verlorene Sohn kehrt zurück. Die Turnerschaft Herzogenaurach hat ihren Spielmacher wieder. Es sind Schlagzeilen wie diese, die den zweiten Neuzugang der Bezirksoberliga-Handballer passend beschreiben würden. Für insgesamt drei Saisons hatte der einstige Spielführer die Aurachstädter verlassen, ehe er nun seinem ehemaligen Mitspieler Ingo Kundmüller zurück zu seinen Wurzeln folgte. Jonas Hirning, quirlig, spielintelligent, vorbildlich in Sachen Einsatz und Leistung: Der unermüdliche Spielmacher, der zuletzt in der Bayernliga absoluter Leistungsträger des TSV Winkelhaid war, wird in der kommenden Saison das Dress der Herzogenauracher tragen.
Bereits seit der B-Jugend ging Hirning für die Turnerschaft auf Torejagd.
Unter Trainern wie Christian Hentschke, Csaba Szücs oder Ben Ljevar entwickelte sich der 25-Jährige zu einem viel umworbenen Spielmacher, dessen unbändiger Einsatzwille und Zweikampfstärke ihn zu einem Musterhandballer machen.
Nun kehrt Hirning zu seinen früheren Mannschaftskollegen zurück und ist aufgrund seiner Erfahrung eine beachtliche Verstärkung für das Team um Ingo Kundmüller. Allerdings verhindert derzeit eine langwierige Schulterverletzung, die vor etwa einem Monat operativ behandelt werden musste, eine aktive Teilnahme am Vorbereitungstraining.

Was war der Grund für Ihren Wechsel zurück an die Aurach?
Jonas Hirning: Ich habe die Entwicklung der TSH in den letzten Saisons immer verfolgt und war auch bei vielen Heimspielen in der Halle. Hier ist wieder etwas am Entstehen und dazu möchte ich meinen Teil beitragen. Daher war der Wechsel zurück zur TSH die logische Konsequenz.

Sie kennen sicherlich noch einen großen Teil der Mannschaft und des Umfeldes. Wie wurden Sie nach Ihrer Rückkehr wieder aufgenommen?
Alle haben sich gefreut, dass ich wieder da bin und ich wurde super aufgenommen. Ich kannte ja quasi alle Spieler und mit den meisten habe ich auch schon zusammen gespielt. Das ist natürlich ein Vorteil.
Was hat sich aus Ihrer Sicht speziell im direkten Mannschaftsumfeld getan?
Speziell seit dem letzten Jahr ist wieder ein frischer Wind in der ganzen Sache. Sei es, der außergewöhnlich großer Spielerpool, eine hohe Trainingsbeteiligung und die Tatsache, dass alle gut mitziehen im Training. Das hat mir schon sehr gut gefallen.

Was sind Ihre Ziele für die kommende Saison?
An erster Stelle möchte ich nach meiner Operation an der linken Schulter möglichst schnell wieder auf dem Feld stehen und so der Mannschaft mit meiner Erfahrung weiterhelfen. Nur dann kann ich auch Verantwortung für unser Spiel übernehmen.

Und was wollen Sie kurz-, mittel- sowie langfristig mit der Mannschaft erreichen?
Wir wollen in der Bezirksoberliga in den nächsten Jahren auf jeden Fall oben angreifen. Dafür müssen wir aber in der Vorbereitung und in jedem einzelnen Training den Grundstein legen. Von selbst wird da nichts kommen. Wenn wir gut in die Saison starten und der Zusammenhalt stimmt, dann wird es eine erfolgreiche Saison für uns werden.

Sie haben nun drei Jahre höherklassig Erfahrungen sammeln dürfen und waren bei Ihrem alten Verein einer der Leistungsträger. Inwiefern ist ein Unterschied zwischen den Ligen zu spüren?
In der Bayernliga sind vor allem das Tempo und auch die Intensität hinsichtlich der Abwehrarbeit höher und anspruchsvoller. Da wird schon ordentlich zugepackt. Ich konnte in den drei Jahren gegen starke Gegenspieler Erfahrungen sammeln, die mir unheimlich weitergeholfen haben. Diese will ich nun so gut wie möglich an meine Mannschaftskollegen weitergeben.

Aktuell sind Sie leider verletzt und mussten sich kürzlich einer Operation an der Schulter unterziehen. Wie geht es Ihnen inzwischen und wann ist mit Ihnen dir wieder auf dem Spielfeld zu rechnen?
Die Operation an meiner linken Schulter ist gut verlaufen. Im Moment absolviere ich mehrmals in der Woche ein intensives Reha-Programm in der Physiotherapie. Es sind aber positive Fortschritte zu erkennen. Diese Woche konnte ich beispielsweise wieder ins Lauftraining einsteigen. Wenn alles weiterhin so gut verläuft, könnte ich sogar schon zu Saisonbeginn wieder aktiv mitmischen. Und darauf brenne ich förmlich. Denn die Mannschaft macht im Training einen guten Eindruck. Da bekommt man richtig Lust, endlich wieder einzusteigen.