Der frühere Fußballprofi Andreas Brehme trug sich einst in die Annalen der deutschen Sportgeschichtsbücher ein. Wohl kaum ein anderes Zitat wird so häufig im Sportgeschehen genannt, wie das des ehemaligen deutschen Nationalkickers. Wohl kaum ein anderes Zitat passt derzeit so perfekt zur Situation der TS-Handballherren. Diese verschenkten in der Bezirksoberliga gegen den ESV Regensburg unnötiger Weise einen Punkt.


TS Herzogenaurach - ESV Regensburg 29:29

"Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß", hatte Brehme einst verlauten lassen. Übersetzt in ein angemessenes Alltagsdeutsch: Wenn's nicht läuft, läuft's auch noch richtig schlecht. Und derweil läuft es bei den Handballern von der Aurach alles andere als zufriedenstellend. Nach der enttäuschenden Auswärtsniederlage bei OG Erlangen hatten sich diese für ihr Heimspiel gegen den ESV sehr viel vorgenommen.

Und zu Spielbeginn sah es auch noch danach aus, als ob die Männer um Trainer Ingo Kundmüller ihre Vorgaben umsetzen würden. Couragiert, motiviert und in der Offensive druckvoll und ideenreich präsentierten sich die Gastgeber in den ersten 30 Minuten. Die Abwehr stand - im Vergleich zu den Vorwochen - recht stabil und überzeugte streckenweise durch ihre Aggressivität und Bissigkeit. Auch Keeper Adrian Schauer entschärfte gute Möglichkeiten des Gegners und leitete somit schnelle Konterangriffe ein.

Ab dem Treffer zum 4:4 nahmen die Herzogenauracher das Zepter zunehmend in die Hand und bauten eine Vier-Tore-Führung auf (10:6; 13:9), die sie allerdings nicht bis zum Pausenpfiff verwalteten. Zwar erspielten sich die Gastgeber klare Tormöglichkeiten, jedoch ließ die Chancenverwertung in der einen oder anderen Situation zu wünschen übrig. So scheiterten die TS-Schützen zum Ende des ersten Durchgangs zu häufig am gegnerischen Torsteher und zeigten Nerven. Dennoch konnte Kundmüller mit dem 15:13 nach einer halben Stunde durchaus zufrieden sein.

Zurück in alte Strickmuster

Doch eine viertelstündige Pause genügte, damit die Akteure der Turnerschaft wieder in alte Strickmuster zurückfielen. Bis zum Zwischenstand von 19:16 schienen die Schuhstädter noch auf Kurs. Ein rapider Leistungseinbruch brachte den Kontrahenten vom ESV allerdings wieder zurück in die Spur. So legte Regensburg einen 5:1-Lauf hin und brachte die TS beim Stand von 20:21 erstmals ins Hintertreffen. Die Abwehr präsentierte sich wieder löchrig und zweikampfschwach, die Offensive versäumte es, entscheidend davonzuziehen und ließ erneut klare Chancen liegen.

Es entwickelte sich eine zweite Halbzeit auf Augenhöhe. Erneut hatten die Herzogenauracher die Nase vorn (28:26). Mehrmals verpassten sie es aber, spielentscheidende drei Tore Vorsprung herauszuwerfen. Die letzten fünf Minuten avancierten zum Albtraum eines jeden Trainers. Zwar sorgte TS-Torwart Martin Manz mit einigen Paraden für wichtige Impulse, diese verpufften jedoch spürbar. Hektische Fehler schlichen sich ins Angriffsspiel der Turnerschaft ein, die Abwehr ließ sich ein ums andere Mal düpieren.

Aufgrund der Unfähigkeit, einen Vorsprung zu verwalten, verschenkte sie somit leichtfertig einen Punkt. Vergebene Großchancen, leichtsinnige Fehler, ein Schiedsrichter-Gespann, das 60 Minuten lang zwar kein Team bevorzugte, insgesamt allerdings keinesfalls das Prädikat "bezirksoberligatauglich" verdiente - es sind viele Dinge, die momentan bei den Handballern der Turnerschaft zusammenkommen.

Nichtsdestotrotz zeigte sich Kundmüller nach Abpfiff kämpferisch: "Die Jungs ziehen allesamt im Training gut mit. Jeder gibt Gas. Daher ist die momentane Situation für alle sehr frustrierend. Wir müssen darauf warten, dass endlich der Knoten platzt." So wie einst bei Andreas Brehme.
TSH: Manz, Schauer - Hirning (2), Josnik (3), Janson, Wonner (3), Auer (1), Benz (2), P. Wolf (4), M. Wolf (5), Hentschke (2), Hettchen (6/3), Neumann (1), Karg