Der Kuckuckslauf in Kemmern, der heuer zum sechsten Mal ausgetragen wurde, glänzte mit neuen Rekorden im Hauptlauf und bei den Teilnehmerzahlen. Ein flacher Rundkurs, schwüle Luft und heißblütige Zuschauer waren die Zutaten für das Finale des Bayern Lauf-Cup, das einen Vorgeschmack auf die bayerische Meisterschaft 2015 in Kemmern machte.
Ein heftiger Regenschauer sorgte vor dem Hauptlauf über zehn Kilometer für die nötige Abkühlung an diesem Spätsommer-Nachmittag, mit der schnellen Rundstrecke gute Vorraussetzungen für gute Zeiten. Gleich vom Startweg sorgte der Äthiopier Addisu Wodajo mit einem konstant hohen Tempo für klare Verhältnisse. Erst die vielen Überrundungen bremsten den Spitzenläufer etwas aus. Trotzdem unterbot er den den Streckenrekord von Felix Hentschel und setzte die neue Bestmarke bei 30:32 Minuten.

Hinter dem Äthiopier sorgten Mario Wernsdörfer (LG Bamberg) und Christian Strauch (Ansbach) für ein gutes Tempo. Für beide war es ein Test vor dem Herbstmarathon und der Polizei-Europameisterschaft in Graz, bei denen Wernsdörfer in drei Wochen an den Start gehen wird. Mit 33:10 Minuten war er gut unterwegs beim "Finale" seines gesteigerten Zehn-Kilometer-Laufs. Strauch brauchte vier Sekunden länger. Schnellster Läufer der Bayerncup-Serie war Bastian Grau vom LSC Höchstadt (35:02), der als Siebter die Ziellinie überquerte und Bronze in der Altersklasse der Männer holte.
Für die bayerische Halbmarathonmeisterin Sandra Haderlein ging es beim Lauf ihres Heimatvereins nur um den Streckenrekord, zu überlegen war sie der weiblichen Konkurrenz. Auch wenn sie ihr sehr hohes Tempo der ersten beiden Runden nicht ganz halten konnte, steigerte sie den Streckenrekord deutlich auf 36:24 Minuten. Damit sicherte sie sich auch den Gesamtsieg im Bayern Lauf-Cup 2014.

Formkurve zeigt nach oben

Ebenfalls sehr gute Leistungen lieferte das Langstreckenteam des FSV Großenseebach ab, die Athleten um Abteilungsleiter Jochen Brosig zeigten sich weiter in guter Form. Auf den fünf Runden wurden die Aktiven durch die zahlreichen Zuschauer entlang der Strecke angespornt. Cheerleader und mehrere Samba-Trommlergruppen gaben den Takt vor. Bestzeiten waren so garantiert.
Vor allem die Großenseebacher Damen wussten zu überzeugen. In der Altersklasse W45 hatte Susanne Schmidt einen starken Auftritt: Ihre Zeit von 44:04 Minuten bedeuteten Rang 2 in einem starken Feld. Gudrun Brosig kam rund sechs Minuten später ins Ziel (50:16), verteidigte mit vier Sekunden Vorsprung aber den sechsten Platz (W45). Immer mehr zu alter Form findet Brigitte Bärnreuther zurück. Mit 49:09 Minuten reihte sie sich als Zweite der W55 zwischen Gerlinde Wahl und Inge Humann-Günther vom TSV Neuhaus ein. In der Mannschaftswertung der Damen reihte sich der FSV hinter Favoriten wie Kemmern, Staffelstein und Neuhaus auf Platz 6 ein.
Nachdem bei den Großenseebacher Herren Helmut Rösch und Jochen Brosig verletzungsbedingt nicht an den Start gingen, mussten Harald Fischer und Rudi Riedel die Fahne hoch halten. Fischer verfehlte das Podest in 46:25 Minuten nur knapp, wurde Vierter in der M60. Vereinskollege Rudi Riedel war ihm auf den Fersen, musste erst im Zielsprint abreißen lassen und und wurde mit 19 Sekunden Rückstand Fünfter.
Auch in der Cupwertung waren die Großenseebacher vorne dabei. Elisabeth Beer, Brigitte Bärnreuther und Gudrun Brosig belegten jeweils den zweiten Rang in ihrer Altersklasse. Jochen Brosig hatte sich im Verlauf der Saison Platz 3 gesichert. "Gerade die Formkurve unserer Damen zeigt nach oben. Das lässt für die Herbstsaison noch einiges erhoffen", zeigte sich der Abteilungsleiter des Langstreckenteams optimistisch.