Keine Frage, Waldkraiburg ist das Top-Team der Eishockey-Bayernliga. Keine Spur mehr von der Chaos-Truppe der Vorsaison, der EHC hat ein starkes Team beieinander, das spielerisch durch und durch überzeugt. Doch am Freitagabend, beim Gastspiel in Höchstadt, war es nicht die Brillanz, die den Ausschlag zu Gunsten der Löwen gab. Mit etwas mehr Glück im Abschluss hätte der HEC die weiße Zwischenrunden-Weste des Favoriten beflecken können.

Höchstadter EC - EHC Waldkraiburg 2:3

Die Gäste dachten zunächst nicht daran, die Spielmacherrolle zu übernehmen. Höchstadt kam und setzte durch Stephan Hiendlmeyer (3.) und Daniel Sikorski (4.) erste Duftmarken, vermied aber zu hohes Risiko.
Warum, wurde deutlich, wenn die Löwen in Überzahl agierten: Blitzschnell tauchten sie vor dem Kasten von Philipp Schnierstein und prüften den Goalie, der seine Sache gut machte, bei einem Blue-Liner von Kaltenhauser aber nicht reagieren konnte, weil Marek die Scheibe abfälschte - 0:1 (14.). Auch die Gastgeber kamen im Powerplay zu guten Chancen. Hiendlmeyer und Daniel Jun scheiterten an Torwart Vetter, der auch im Getümmel oft den Handschuh auf den Puck bekam und das nötige Glück hatte: Dreimal rettete der Pfosten die Löwen vor dem verdienten Ausgleich. Insgesamt bekamen die Zuschauer viel Kampf und Taktik geboten, wobei es meist fair zuging und sogar Platz für Nettigkeiten bleib: So zupfte Gäste-Kapitän Kaltenhauser das Trikot von HEC-Stürmer Daniel Tratz zurecht, das sich im starren Bund der Schutzhose verfangen hatte.

Jun - flink wie ein junger Hüpfer

Auch nach der Pause blieb den Höchstadtern zunächst das Pech treu: Erst blieb der Puck kurz vor der Torlinie liegen, dann vergab Tomas Urban, der wenig später zudem die Latte traf. Beide Teams legten nun die Zurückhaltung ab, lieferten sich einen intensiven Schlagabtausch in höchstem Tempo. Bei HEC-Überzahl schnappte sich Sikorski die Scheibe, setzte zum Solo an und nagelte sie zum fälligen Ausgleich unter die Latte (34.). Waldkraiburg suchte die schnelle Antwort, scheiterte aber an Schnierstein und fand im anschließenden Powerplay keine Lücke. Stattdessen fing Urban einen Angriff der Löwen ab und setzte Jun in Szene: Der Spielertrainer lief allen Waldkraiburgern davon, umkurvte das Tor und passte zurück auf Thilo Grau, der keine Mühe hatte, die Führung zu markieren (39.).
Doch der Spitzenreiter hatte sein Pulver noch nicht verschossen, nutzte im Schlussdrittel zwei Überzahl-Situationen, um die Verhältnisse zurechtzurücken: Wagner sorgte bei einen Konter und im Getümmel jeweils nach Pass von Kaltenhauser für doppelten Jubel beim EHC (45., 48.). Das Spiel stand auf Messers Schneide. Höchstadt probierte alles, riskierte auch defensiv viel, wurde aber einfach nicht belohnt. Patrik Dzemla hatte zwei Riesenchancen, das Penaltyschießen zu erzwingen, zielte aber daneben. In den Schlussminuten hatte der HEC dann noch einmal Überzahl, nahm dazu den Goalie vom Eis und baute massiv Druck auf. Doch irgendwie schafften es die Löwen, sich ins Ziel zu retten.

Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC -EHC Waldkraiburg 2:3 (0:1, 2:0, 0:2)

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Glaser; Verteidigung: Stütz/Sikorski, Knaup/Kaczmarek;
class="artFett">Angriff: Jun/Grau/Urban, Vojcak/Dzemla/Kreuzer, Tratz/Lenk/Hiendlmeyer

EHC Waldkraiburg: Tor:Vetter, Birk; Verteidigung: Kanzelsberger, Rott, Tokarev, Seifert;
Angriff: Marek, Kaltenhauser, Sorsak, Spindler, Nuss, Rosenkranz, Wagner, Hipetinger, Hämmerle, Führmann, Vogl, Hagemeister

SR: Martin Grech, Petr Fiala, Jan Kaderabek
Zuschauer: 520

Tore: 0:1 Marek, 1:1 Sikorski (34.), 2:1 Grau (39.), 2:2 Wagner (45.), 2:3 Wagner (48.)
Strafzeiten: 12 / 16