Sechs Tische, 32 Sportler und ein Wettkampf, der mehr als 16 Stunden lang dauerte: Billard satt gab es am vergangenen Samstag im Vereinsheim des BC ´97 Herzogenaurach zu bestaunen. Das traditionelle Neujahrsturnier lockte auch heuer wieder zahlreiche namhafte Vertreter des Kugel-Sports in das Herzogenauracher Vereinsheim in der Zeppelinstraße.
Antonio Benvenuto heißt der diesjährige Sieger des BC-Neujahrsturniers. Der Italiener ist für Fans des Billardsports kein Unbekannter. Für Fortuna Straubing schwingt Benvenuto in der 1. Bundesliga den Queue und verfügt als italienischer Nationalspieler zudem über internationale Erfahrung. Auch bei den Herzogenaurachern ist er schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr: So brachte Benvenuto bereits in den vergangenen Jahren einen Hauch von Bundesliga an die Aurach.

Abwechslung vom Erstliga-Alltag

Doch damit ist er nicht alleine.
Auch Akteure wie der Vorjahressieger Nicolas Ottermann (BV Mörfelden-Walldorf) oder Bernd Jahnke (Fortuna Straubing) suchten beim Herzogenauracher Neun-Ball-Turnier Abwechslung vom Erstliga-Alltag. Genau das macht den Traditionswettkampf für Klaus Richter, Vorstand des BC ´97, zum Highlight des Jahres: "Das hier ist Billard vom Feinsten. Ich rate jedem Anfänger, hierher zu kommen und sich von den Profis einige Tricks abzuschauen. Da kann man eine Menge lernen."
Doch auch Freizeit- und Hobbysportler versuchten ihr Glück. Mit Adrian Schug (12. Platz), Erich Fischer (13.), Lukas Gruhn (29.) und Jan Meyer (28.) vertraten beispielsweise gleich vier Akteure den Gastgeberverein. Doch wie groß das sportliche Gefälle tatsächlich ist, mussten die beiden letzteren schon früh feststellen. Aufgrund des Doppel-K.o.-Spielmodus war bereits nach zwei Pleiten zu Beginn des Turniers für die beiden BC-Neuzugänge Gruhn und Meyer Schluss.

Sechs Stunden Wartezeit

"Für alle hat das einen sportlichen Reiz, mal gegen Bundesligaspieler antreten zu können. Aber es ist wirklich sehr schwer, hier weit zu kommen", weiß auch Organisator Richter. Immerhin kommen lange Spiel- und noch längere Wartezeiten zu dem ohnehin anspruchsvollen sportlichen Niveau dazu.
Auch am Samstag standen die Turnierteilnehmer von 10 Uhr früh bis 2 Uhr nachts am grünen Tisch. "Die Finalisten haben insgesamt etwa sechs bis sieben Stunden Wartezeit zwischen ihren Spielen. So lange muss man erst mal seine Konzentration und Körperspannung aufrecht erhalten. Das fällt den erfahrenen und geübten Billardspielern natürlich leichter", meint BC-Vorstand Richter.

Ritterschlag für den BCH

Zu diesen zählten auch die beiden Finalisten Benvenuto und sein Straubinger Teamkollege Michal Gavenciak. Letzterer hatte zuvor die beiden Topfavoriten Ottermann und Jahnke besiegt, musste sich schließlich allerdings mit 9:11 gegen seinen Teamkameraden im Finalspiel geschlagen geben. "Antonio Benvenuto hat im ganzen Turnier mit seiner spielerischen Qualität überzeugen können. Erst im Finale gegen Gavenciak zeigten sich kleinere Fehler bei ihm, die zwischenzeitlich zu einem 1:5-Rückstand führten", resümierte der Vorstand des Billardclubs ´97 den Verlauf der Abschlussspiels.
Durch einen Schlussspurt sicherte sich der Italiener letztlich dann doch noch Rang 1. Dritter wurde Bernd Hauenstein (PBC Aalen).
Für die drei Turniersieger wurde eine Gesamtsumme von 960 Euro ausgeschüttet. Zudem gab es noch eine weitere Belohnung; Richter: "Das Fachmagazin Touch hat unser Neujahrsturnier zum ersten Mal in die Wettkampfreihe der German Tour-Serie aufgenommen. Die Spieler sammeln also je nach Leistung unterschiedlich viele Punkte und können sich am Ende für ein groß angelegtes Finalturnier qualifizieren."