Das Höchstadter Freibad wird jedes Jahr von Einbrechern heimgesucht. Was aber in der Nacht zum Freitag auf dem Gelände am Kieferndorfer Weg angerichtet wurde, hat es in dieser Größenordnung noch nicht gegeben. Das stellte am Freitag in den frühen Morgenstunden Hans-Peter Philipp fest, der Betriebsleiter der Höchstadter Freizeiteinrichtungen.

Für die Spurensicherung der Erlanger Kripo war das Freibad am Freitag aber nicht der einzige Einsatzort. Auch in sechs Firmengebäude waren die Täter eingestiegen. Alle Tatorte liegen im Gewerbegebiet Aischpark.

Den Tathergang im Freibad hatte Philipp anhand der Spuren schnell ausgemacht. Am Osttor des Badgeländes knackten die Einbrecher die Absperrkette. Kiosk und Getränkeautomat wurden aufgebrochen, die frisch renovierte Wärmehalle mit brachialer Gewalt aufgehebelt, alle möglichen Schränke und Behältnisse durchwühlt.


Kleingeld zurück gelassen

Zwei weitere Automaten im Außenbereich wurden zerlegt, daraus aber nur die Euro- und 50-Cent-Münzen mitgenommen. Die 20- und 10-Cent-Stücke ließen die Täter zurück. Das Freibad-Restaurant ließen die Einbrecher nicht aus und richteten hier ebenfalls überwiegend Sachschaden an.

Für Bürgermeister Gerald Brehm (JL), der den Schaden im Freibad inspizierte, ist jetzt generell die Toleranzgrenze erreicht. Sei man in der Vergangenheit jugendlichen Tätern aus der Region bei Strafanzeigen noch entgegen gekommen, sei es damit jetzt vorbei. Im Rathaus plane man bereits ein Sicherheitskonzept mit Videoüberwachung im öffentlichen Bereich, wo es gesetzlich möglich ist.

Den im Freibad angerichteten Sachschaden schätzen Brehm und Philipp auf 20 000 bis 25 000 Euro. Der Badebetrieb ist allerdings nicht beeinträchtigt.

Was die Täter genau erbeutet haben und welche Sachschäden sie insgesamt anrichteten, konnte die Polizei gestern noch nicht abschließend klären. Fest steht jedoch, dass es die Einbrecher offenbar besonders auf Bargeld abgesehen hatten und dabei keinen Halt vor verschlossenen Türen und Fenstern machten.

Beispielsweise verschafften sie sich in der Etzelskirchener Straße über ein Fenster Zutritt in eine Produktionsfirma und durchwühlten dort nicht nur zahlreiche Schränke und schlugen eine Zwischentür ein, sondern brachen auch eine Geldkasse und einen Kaffee-Münzautomaten auf.

Weitere Tatorte waren das Lackierzentrum Höchstadt "Am Wageck", wo unter anderem das Büro verwüstet wurde, ein Firmengebäude im Medbacher Weg und die Firma eines Innenausbauers "In der unteren Au".
Die Einbrecher blieben bei ihrem Beutezug allerdings nicht ganz unbemerkt. So hörte ein Zeuge gegen 0.45 Uhr laute Geräusche, als die Täter versuchten, in das Gebäude einer Versicherungsagentur "An den drei Kreuzen" einzusteigen. Sie hatten dort bereits eine Leiter angestellt, wurden aber offenbar verschreckt und flüchteten.
Die Polizei hat aber bereits "eindeutige Hinweise darauf, dass die Einbruchsserie von mindestens drei Tätern begangen wurde". Den Beamten liegt entsprechendes Videomaterial von Überwachungskameras vor, das allerdings noch genauer ausgewertet werden muss.

Inzwischen haben die Ermittler der Erlanger Kripo ein Verfahren wegen des Verdachts auf Bandendiebstahl eingeleitet und bitten die Bevölkerung um Mithilfe. Wer sachdienliche Angaben zur Ergreifung der Täter machen kann, insbesondere auch zu auffälligen Fahrzeugen im Bereich der Tatorte, wird gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Nummer 0911/2112-333 zu melden.

Gemeldet wurden die Einbrüche bei der Polizeiinspektion in Höchstadt. Der erste ging hier schon vor sechs Uhr ein, verriet der stellvertretende Polizeichef Thomas Gamm dem FT.