Nee, nee, nee - würde an dieser Stelle vermutlich der Fernsehmaulwurf des Handpuppenspielers Rene Marik sagen. Nee, nee, nee - sagt aber auch so mancher Beobachter von großen Unternehmen. Morgens werden freudestrahlend Zahlen in die Welt hinausposaunt, die vor Selbstbewusstsein nur so strotzen. Konzernumsatz steigt in den ersten neun Monaten um 4,2 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro; die liquiden Mittel liegen im dritten Quartal bei 92 Millionen Euro; Ratingagenturen stufen das Unternehmen nach der Krise 2009 wieder hoch. Und das alles trotz schwerer Rahmenbedingungen, gibt das Unternehmen zu.

Und selbst in Europa - da, wo es am Schwierigsten sei, sich am Markt zu behaupten, gibt es ein leichtes Wachstum von einem Prozent zu verzeichnen. So nebenbei wurden die Schulden leicht abgebaut. Und wer hat's gemacht? In diesem Falle nicht die Schweizer - die sind für Kräuterbonbons gut - es war die Belegschaft. Diese hat mit ihrem Engagement beigetragen, dass der Konzern wieder auf sicheren Füßen steht. Diese Mitarbeiter haben sich selbstlos eingebracht.

Wie wird es ihnen gedankt? Indem der Vorstandsvorsitzende Jürgen Geißinger sich äußert, dass wegen der schwächelnden Nachfrage eine "temporäre Anpassung der Kapazitäten" anstehe. Das ist das Zumachen an Weihnachten. Auch, wenn der eine oder andere sich über die Verlängerung der Weihnachtsferien freut, besser wäre es vielleicht gewesen zu sagen: "Wir danken der Belegschaft für ihr hohes Engagement, als Belohnung gibt es zehn Tage frei - mit vollem Lohnausgleich." Doch in diesem Falle heißt es wieder einmal: Nee, nee, nee...