Kritik an Corona-Maskenpflicht für Grundschüler: Eltern aus Röttenbach wollen nicht, dass ihre Kinder in der gesamten Unterrichtszeit Maske tragen müssen. Das geht aus einem offenen Brief an Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) hervor. Welche Regeln treten nach den Herbstferien in Kraft? inFranken.de gibt Ihnen den Überblick.

Bemängelt werden vor allem die Symptome, die Kinder beim dauerhaften Maskentragen im Unterricht entwickeln würden:

  • hohe körperliche Belastung
  • häufige Kopfschmerzen
  • Sauerstoffdefizit
  • Konzentrationsverlust

Röttenbach: Kritik an Maskenpflicht in Schule - nur am Sitzplatz falsch

Die Verfasser des Briefs betonen, dass es ihnen nicht um die Maskenpflicht auf den Gängen oder in der Pause gehe. "Diese ist sicherlich begründet und wird von uns auch vollumfänglich unterstützt", steht in dem Schreiben. Ein Problem werde in dem dauerhaften Tragen auf dem Sitzplatz in der Schule gesehen.  

Kinder hätten Schwierigkeiten, die Maske korrekt zu tragen. Zudem sei die Lust auf Schule geringer geworden, die Dauer des Masketragens schlauche die Kinder. Auch von einer Grundschullehrerin seien bereits Bedenken gekommen: Sie wisse nicht, wie die Kinder der 1. Klasse das Lesen vernünftig lernen sollen. Das Anliegen sei den Eltern dringlich. Insgesamt 45 Parteien haben unterschrieben, darunter Familien und Einzelpersonen. 

Für ihre Argumentation berufen sich die Verfasser auf die Größe des Landkreises Erlangen-Höchstadt. Der Inzidenzwert liege zwar bei über 50, wenn aber "Röttenbach nur einen Coronafall aufweist, im Seniorenheim in Etzelskirchen jedoch zwanzig Covid-19-Fälle auftreten, tragen unsere Sechsjährigen hier in Röttenbach durchgehend Maske", schreiben die Eltern. 

Landrat: "Müssen uns an die Vorgaben der Regierung halten"

Deswegen wandten sich die Verfasser direkt an den Bürgermeister. Ihre Bitte: Kontakt mit den betreffenden Stellen aufzunehmen und das Anliegen vorzutragen. Auch ans Gesundheitsamt hätten sich die Eltern bereits gewandt, allerdings ohne Antwort. 

"Die Eltern der Gemeinde sind an mich herangetreten, um sie zu beraten", bestätigt Bürgermeister Ludwig Wahl inFranken.de. "Ich habe das Anliegen direkt an unseren Landrat weitergeleitet, der es in einer Online-Konferenz mit Landräten und Regierung angesprochen hat." Auch ihm seien die Hände gebunden, er habe sein Möglichstes getan.

Landrat Alexander Tritthart äußert sich zu dem Vorfall: "Nur in begründeten Einzelfällen sind Ausnahmen möglich. Die Hürden hierfür sind sehr hoch." Er habe das Anliegen vorgestellt, die Entscheidung liege aber nicht in seiner Hand. "Auch wir müssen uns an die Vorgaben der Regierung halten. Ich kann die Bedenken der Eltern nachvollziehen, aber die Maskenpflicht bleibt", so Tritthart.