Eine Rocknacht voller Neuerungen fand am Dienstag in der Höchstadter Fortuna Kulturfabrik statt. Dabei ist das Konzept der Veranstaltungsreihe schon sechs Jahre alt. "Mehrmals jährlich gibt es einen solchen Abend mit Newcomerbands und alt bewährten Interpreten aus der Region", berichtet Kulturfabrik-Leiter Bernd Riehlein.
Den bisherigen Publikumsrekord habe man im vergangenen März mit 400 Rockfans aufgestellt. Doch auch dieses Mal wurden schon im Vorverkauf 100 Karten an den Mann gebracht.

Während bislang die Höchstadter Formation "Musiggfabrigg" für die Organisation und Umsetzung der Rocknacht zuständig war, lud nun die Kulturfabrik selbst zu dem Event. "Die Musiggfabrigg hatte ihre Rocknacht schon zwischen den Feiertagen. Nun sind wir dran", erklärt Bernd Riehlein die neue Aufteilung.


Außergewöhnliche Verstärkung

Gemeinsam mit einem Team von 20 fleißigen Helfern koordinierte er den rund fünfstündigen Abend. Warmwippen konnten sich die Besucher schon im Foyer der Kulturfabrik. Als "Special Guest" trat dort nämlich zum Auftakt die Band "Depth Motion" mit einer kleinen Unplugged-Formation auf.

Mit "Trouble X" ging es dann richtig rockig weiter. Seit drei Jahren spielt die Höchstadter Coverrockband um den selbst ernannten "Band-Grufti" Wolfgang Köberlein nun schon zusammen.

Bei der Rocknacht feierte sie ihr Bühnenjubiläum. Um dieses auch gebührend zu zelebrieren, holten sich die sieben Musiker außergewöhnliche Verstärkung. Die drei Bläser Yannick Zwosta, Janne Mixa und Lucas Gediga komplettierten an diesem Abend die gut gelaunte Truppe. "Das Besondere ist, dass wir Bläser in Titeln und an Stellen eingebaut haben, wo eigentlich keine solchen Instrumente vorkommen", erklärt Wolfgang Köberlein.
Nur zwei Proben habe es gebraucht, um die acht Stücke mit den musikalischen Gästen, die alle zwischen 17 und 19 Jahre alt sind, einzuspielen. "Das liegt vor allem daran, dass die drei super-fit an ihren Instrumenten sind und keine großen Anweisungen brauchen", schwärmt Köberlein.

Wie gut das Zusammenspiel klappt, stellten die insgesamt zehn Musiker dann unter anderem bei Titeln wie "Beds are Burning", "All right now" und "Brick House" unter Beweis. Hard Rock-Fans kamen vor allem bei Deep Purples "Smoke On The Water" in der knapp achtminütigen "Made in Japan"-Version auf ihre Kosten. Ein echtes Highlight stellte aber auch das Finale mit "Superstition" dar, bei dem jeder Bläser ein eigenes Solo spielte.


Saal zum Beben gebracht

Dass der Auftritt von "Trouble X" so reibungslos vonstattengehen konnte, stand jedoch noch bis kurz vor der Show auf der Kippe. Frontsängerin Corinna Staudigel hatte mit Stimmbandproblemen zu kämpfen, die Band mit ihr gezittert. Nach dem rund anderthalbstündigen Auftritt stand der Gruppe die Erleichterung und Freude deshalb umso mehr in die Gesichter geschrieben.

Ebenfalls Rocknacht-Premiere feierten "Rallashnikov". Die Gremsdorfer Musiker präsentierten nicht nur dynamischen Gitarrenrock à la Guano Apes, sondern auch selbst komponierte Stücke. Diese moderne Mischung, bei der komplett auf ein Keyboard verzichtet wurde, kam gut an.

Den Abschluss des Abends bildete die Band "Innocent", die besonders harte Töne anschlug und den Saal regelrecht zum Beben brachte. Heavy Metal von Metallica und Judas Priest stand ebenso auf dem Programm wie eine Hommage an die Gruppe um den erst kürzlich verstorbenen Frontsänger Lemmy Kilmister, Motörhead. Das Versprechen, gemeinsam in das neue Jahr zu rocken, wurde am Ende jedenfalls erfüllt.