Ein Pommersfeldener hat bei der gestrigen Landtagswahl in Erlangen für einen Überraschungserfolg gesorgt. Christian Zwanziger hat für die Grünen im Stimmkreis Erlangen-Stadt 26 Prozent der Erststimmen erhalten (Zweitstimme 28,82 Prozent). Das ist ein Plus von elf Prozent im Vergleich zu 2013.

Das Direktmandat holte er jedoch damit nicht. Das ging erneut an CSU-Platzhirsch Joachim Herrmann. Doch die Grünen haben Herrmann in Bedrängnis gebracht. Herrmann liegt bei den Erststimmen nur relativ wenig höher, bei 32,46 Prozent (Verlust von 7,6 Prozent).

Was den möglichen Einzug ins Landesparlament angeht, musste Zwanziger auch am Montag weiter zittern: Die Auszählung der Zweitstimmen, die ihn über die Liste einziehen lassen könnten, zog sich hin. Das endgültige Ergebnis wird nun erst heute erwartet.

Zwanziger ist 31 Jahre alt, stammt aus Pommersfelden und hat dort seinen Wohnsitz. Er ist in Höchstadt zur Schule gegangen und hat in Erlangen Geographie studiert. Momentan arbeitet er in Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Grünen-Bundestagsabgeordneten Uwe Kekeritz (Fürth).

Riesig war die Freude bei Zwanziger und seinen Parteikollegen von den Grünen bei der Wahlparty am Sonntagabend in der Erlanger Kneipe "Café Brazil". "Viele Leute wollen eine Politik, die Probleme löst", sagte der Kandidat. Das habe er im Wahlkampf deutlich gespürt.

6000 Hausbesuche

Er und sein Team haben an rund 6000 Haustüren in Erlangen für die Grünen geworben, berichtete Zwanziger. Er habe eine Wechselstimmung gespürt. In den letzten Tagen des Wahlkampfs habe man gemerkt, dass im CSU-Wahlkampf etwas mehr passiert. "Die haben hinten raus richtig Druck bekommen."

Wie es ist, einen anfangs nahezu aussichtslosen Wahlkampf gegen einen vermutet fest im Sattel sitzenden Herrmann zu machen, kommentiert Zwanziger ganz bescheiden: "Es hat mir Spaß gemacht."