von unserer Mitarbeiterin Evi Seeger

Wachenroth — Mit einem fröhlichen Fest feierten die katholischen Pfarrfamilien Wachenroth und Mühlhausen am Freitag "ihren" Pfarrer Pater Stefan. Am Samstag dürfte es in Sankt Laurentius Elsendorf, das der Geistliche ebenfalls betreut, ähnlich gewesen sein.
Der beliebte Seelsorger, der seit 22 Jahren Pfarrer der Gemeinden im Reichen Ebrachgrund ist, beging am 3. Januar seinen 70. Geburtstag. Er selbst wollte ja nicht groß feiern, aber seine Pfarrkinder waren da anderer Ansicht. Ein Wermutstropfen fiel jedoch auf das fröhliche Geschehen: Pater Stefan Pavokovic geht im Sommer in den Ruhestand und kehrt in seine kroatische Heimat zurück, wo er verschiedene Projekte unterstützen will.
Das Herz auf dem Titel des Liedblattes zum Gottesdienst sagte schon alles: Die Herzenswärme, die von "ihrem" Pater Stefan ausgeht, wird von seinen Pfarrkindern erwidert.
Einen Dankgottesdienst feierten mit dem Jubilar Dekan Kilian Kemmer sowie Pater Stefans Mitbrüder aus dem Seelsorgebereich Maria im Dreifrankenland, Pfarrer Erhard Schupp und Pater Gabriel Ramos aus Schlüsselfeld.

Begeisterung für Kinder

Von den Franziskusschwestern aus Vierzehnheiligen war Generaloberin Regina Pröls gekommen, um dem Geistlichen zu gratulieren. Die Schwestern haben in Kroatien ein Zentrum aufgebaut, das die Pfarrei Wachenroth unterstützt. Eine riesige Schar von Ministranten und die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine geleiteten den Jubilar in die Kirche. Singgemeinschaft und Blaskapelle gratulierten - wie auch der Kindergarten - musikalisch. Das Halleluja stimmte Monika Tregoning mit der Gemeinde als Kanon an.
Die Weihnachtsbotschaft nahm Dekan Kemmer als Ausgangspunkt seiner Predigt. Das Wort sei Fleisch geworden - auch im Leben von Pater Stefan. Als junger Mann habe er sich der Ordensgemeinschaft Johannes Don Boscos angeschlossen. Wie den Ordensgründer habe Pater Stefan die Begeisterung für Kinder und Jugendliche ein Leben lang begleitet. Er sei einer, der es verstehe, sich gut auszudrücken. "Nicht auf deutsch, nicht auf kroatisch, sondern in der Sprache des Herzens!" Die Sprache des Herzens sei es, die näher zu Gott führe. Auch wenn Pater Stefan sein geliebtes Wachenroth verlasse und in die Heimat zurück kehre, werde das fortbestehen, was er an Herzenswärme ausgesät habe.
Glückwünsche der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderats überbrachten Petra Wichert und Richard Simmet. Bürgermeister Friedrich Gleits-mann (CSU) erinnerte mit seinen Glückwünschen an Pater Stefan als Fußballspieler: "Du hast immer 120 Prozent gegeben!"
Dem Gottesdienst schloss sich eine Agape auf dem weihnachtlich geschmückten Hof hinter der Kirche an, wo es zu vielen herzlichen Begegnungen kam. Umarmungen und Händeschütteln schienen für den beliebten Priester kein Ende zu nehmen. Unter den Gratulanten war auch sein evangelischer Amtsbruder Pfarrer Torsten Bader aus Mühlhausen. Stimmung verbreiteten in der winterlich kalten Nacht nicht nur die wärmenden Öfen, sondern auch die von der Blaskapelle gespielten Weisen.