Für das Konzert der Stadtkapelle zum Advent in der St.Georgskirche gab Dekan Kilian Kemmer nicht zuletzt wegen des Erfolgs des Auftritts vor einem Jahr vor: " Ich bin überzeugt, dass symphonische Blasmusik viele anrührt." Es freute ihn, dass er bei einem Blick in die Kirchenbänke "nicht nur die Mitglieder des Seniorenkreises" sah. Den Beweis lieferte ihm ein kleines Mädchen, das nicht weit weg von ihm mit Eltern und Geschwistern Platz genommen hatte. Es klatschte den Rhythmus von Johann Pachelbels Kanon mit.

"Etwas Abwechslung"

Ganz bewusst vermied das Programm Musikstücke, die gewissermaßen Advent und Weihnacht im Namen tragen oder zum "Hörrepertoire" für diese Jahreszeit gehören. "Wir waren fünf oder sechs bei der Programmauswahl", erläuterte Dirigent Markus Koppmann.
"Adventskonzerte sind oft recht traditionell; da ist etwas Abwechslung nicht schlecht."
Wie das Hallelujah von Leonard Cohen, dessen ursprünglicher Text aus dem Jahr 1984 aus dem Alten Testament stammt. Und dass die Einspielung in den Film "Shrek" unbeschadet "überstanden" hat.
"Magnolia" - das gehört doch in ein Frühlingskonzert, denkt man im ersten Moment. Moderator Ulrich Weiß zeigte eine andere Assoziation auf: "Die Magnolie gilt als Sinnbild der Unschuld, als Brücke zwischen Himmel und Erde", stellte er das Werk des belgischen Komponisten Bert Appermont vor.
Zwei Stück von Jacob de Haan waren zu hören. Das frühe Werk des 1959 geborenen Niederländers "La Storia" und seine "Variazioni in Blue", eine Verbindung klassischer Kompositionsweise mit den Elementen des Blues und des Jazz, wie eben den namengebenden Blue Notes.

Erweitertes Klangspektrum

De Haan ist sowohl als Organist als auch als Fachmann für Blasmusik ausgebildet und über seine Heimat hinaus weit geschätzt. Die differenzierte Behandlung der Stimmen nach den besonderen Eigenschaften der Instrumente reizt offenbar viele Ensembles, Stücke von ihm zu interpretieren. De Haan, der seine Laufbahn an einer reformierten holländischen Kirche begann, hat in seinem umfangreichen Schaffen etliche Messen mit den Kompositionsteilen nach dem katholischen Ritus und auch einige Werke, die für die Weihnachtszeit bestimmt sind.
Aber auch hier blieben die auswählenden Musikanten ihrem Gedanken treu, das Konzert über den üblichen "Kanon" hinaus aufzuweiten. Das galt auch für das Klangspektrum. Bei Telemanns La Majesté aus seiner Heldenmusik stand die festliche Trompete im Vordergrund; bei de Haans Variazioni das Saxophon und bei der Zugabe, dem "bekanntesten Kirchenlied der Welt" (Weiß)"Amazing Grace", vereinten sich die Instrumente zu einem orgelähnlichen Klangbild auf den tiefen Bordunbässen.
Der Erlös des Konzertes war für den Hospizverein Höchstadt bestimmt.