Er hat schon zu Diskussionen geführt. Nicht jeder habe für die moderne Form Verständnis, sagte Bürgermeister Georg Zipfel (FW) bei der Einweihung des neuen Brunnens in Eckersbach (Stadt schlüsselfeld). Am Patronatsfest der Kirche, Mariä Himmelfahrt, segnete Pater Gabriel Ramos nach einem festlichen Gottesdienst den neuen Brunnen in der Ortsmitte. Die Feier wurde durch die Steigerwaldkapelle unter Leitung von Geo Sturm musikalisch umrahmt.

Spiralförmig windet sich der schwarze Granit des Brunnen steins in die Höhe und vermittelt so einen Eindruck von Standhaftigkeit und Unverrückbarkeit. Ob er damit den Bewohnern des kleinen Ortsteils der Stadt Schlüsselfeld ähnelt?

Sprach doch Bürgermeister Zipfel von der Hartnäckigkeit des Eckersbacher Stadtrats Hans Wagner und von der Durchsetzungskraft der Frauen aus dem Ort, die unbedingt einen modernen Brunnen wollten.
Die Gestaltung sei den Ortsbewohnern selbst überlassen worden.

Ein Eckersbacher, der Landschaftsplaner Rüdiger Frank, war es dann auch, der den Stein in dieser außergewöhnlichen Form kreiert hat. "Die Kinder sollen ihren Spaß daran haben und die Schneckenform reizt sie, daran zu spielen", beschreibt Frank seine Absicht. Die Arbeiten hat der Schlüsselfelder Steinmetzbetrieb Weeger ausgeführt.

Bürgermeister Zipfel wünscht sich, dass der Brunnen die Funktion übernimmt, die früher die Brunnen oder das Milchhaus hatten: Ein Kommunikationspunkt, an dem sich die Ortsbewohner treffen, plaudern und Informationen austauschen. "Wir wollten außerdem ein Zeichen dafür setzen, dass die alte Wasserversorgung noch da ist und noch funktioniert", so Zipfel. 25.000 Euro habe die Anlage gekostet, 50 Prozent seien aus EU-Mitteln geflossen und über die Lokale Aktionsgruppe Südlicher Steigerwald und das Landwirtschaftsamt ausgereicht worden.

Die LAG unterstütze mit ihrem Förderprogramm das, was Zipfel "den kleinen Luxus" nennt. Also Projekte, die ohne diese Zuschüsse nicht verwirklicht werden könnten, da sie nicht unbedingt lebensnotwendig sind.

Bis 1986 versorgte sich Eckersbach mit eigenem Wasser. Dann wurde der Ort an die Wasserversorgung der Stadt angeschlossen. Bis 1997 war der Brunnen einer von drei Laufbrunnen. Darunter versteht man Brunnen, die ständig laufen und von einer höher gelegenen Quelle mit gleichmäßigem Gefälle gespeist werden. Sie wurden bis in die jüngere Vergangenheit intensiv genutzt, ist auf einer Tafel zu lesen.

Die Quelle liege etwa einen Kilometer entfernt im Wald. An einer zentralen Stelle im Ort verzweige sich der Wasserlauf. Er führe zu den beiden alten Brunnen, die noch an ihrem Standort erhalten sind, zur Schule und zu dem neuen Brunnen.

Einst waren die Becken Viehtränken oder auch Waschgelegenheit, immer aber Orte, um zur Ruhe zu kommen und Treffpunkt für den Austausch von Informationen und Geschichten.