Die Parkregelung an der Schütt soll geändert werden. Die Höchstdauer soll künftig drei Stunden betragen. Die Stadt reagiert damit auf Beschwerden.
Es ist ein gutes Jahr her, dass die Stadt die Tarifstruktur fürs Parken in der
Innenstadt geändert hat. Unter anderem sind damals günstige Tagestickets eingeführt worden. Das soll jetzt rückgängig gemacht werden. Aufgrund massiver Beschwerden der Einzelhändler will Bürgermeister German Hacker (SPD) den Tagesparkschein wieder abschaffen.
Die Verwaltung unterbreitet dem Bauausschuss für dessen Sitzung am kommenden Mittwoch einen entsprechenden Vorschlag. Der sieht außerdem vor, dass bei den Kurzzeit-Tickets die erlaubte Höchstparkzeit nur noch drei statt bisher vier Stunden beträgt.
Zum Parksystem in der Innenstadt hat auch die CSU-Stadtratsfraktion einen Antrag gestellt, in dem konkret über diese Drei-Stunden-Regelung nachgefragt wird. Auch das wird am Mittwoch behandelt.
Umsatzeinbußen
"Es waren sehr laute Klagen", sagt Hacker über die Beschwerden, die ihm am Dienstag bei einer Besprechung gegenüber geäußert worden waren. Da seien auch ernsthafte Umsatzeinbußen vorgebracht worden. Daran sei vornehmlich das Ausbleiben der Kundschaft infolge des Parkplatzmangels schuld, heißt es in der Erläuterung zum Beschlussvorschlag. Mit Nachdruck sei der Wunsch vorgetragen worden, dass auf dem Großparkplatz an der Schütt verstärkt Flächen für "echte Kurzzeitparker" geschaffen werden sollten. Maximal drei Stunden wurden als ausreichend erachtet. Wenn dort aber weiterhin Dauerparken geduldet würden, vergraule man die Kunden erst recht, lautete die Befürchtung. Eben weil sie keine Parkplätze mehr fänden.
Hacker weiß um die innerstädtische Parkplatznot, die vor allem auch durch die Dauerparker von "zwei großen Herzogenauracher Arbeitgebern" verursacht würden, wie er sagte. In den vergangenen Monaten habe sich das zugespitzt. Die Zahl der Tagestickets an der Schütt - insgesamt gibt es dort 230 Stellplätze - sei "signifikant hoch". Mehrfach schon sind aus dem Kreis der Gewerbetreibenden der Innenstadt deshalb Beschwerden an die Stadt herangetragen worden. Tenor war laut Information der Stadtverwaltung immer, dass sich die Kunden beklagen würden, "dass man auf dem Großparkplatz an der Schütt keinen freien Stellplatz mehr findet."
Daraufhin hat das Rathaus zu den "Hauptbelegungszeiten" Kontrollen durchgeführt, und zwar an drei Tagen im Mai zwischen 9 und 12 Uhr. Ergebnis war, dass von den rund 230 vorhandenen Stellplätzen etwa 80 mit Tagesparkern belegt waren, also etwa 35 Prozent. Die Summe der Dauerparker, also auch der Nutzer von Wochen- und Monatsscheinen, lag laut Hacker zwischen 53 und 58 Prozent. An Kurzzeitparkern hätten sich etwa 85 gefunden.
Tagesparker sind Ursache
Aus diesen Feststellungen leitete die Stadt die Erkenntnis ab, dass eben die Tagesparker stark ursächlich für den hohen Belegungsgrad sind. Wenn diese zu bestimmten Zeiten mehr als ein Drittel ausmachen, könne es nur einen praktikablen Weg geben: die Abschaffung des Tagestickets. Außerdem wolle man dann auch genauso dem Wunsch der Werbegemeinschaft Rechnung tragen, maximal drei Stunden parken zu lassen.
Bürgermeister Hacker drückte aber auch seine Hoffnung aus, dass sich die Situation im November entspannt. Denn dann stünden 65 Stellplätze mehr zur Verfügung. Zu diesem Zeitpunkt ist der Busbahnhof von seinem provisorischen Standort gegenüber der Realschule an die Schütt zurückgekehrt und der Platz ist wieder frei für Parker. Und in der Straße an der Schütt selbst, die ja gerade umgebaut wird, werden im westlichen Bereich zwischen Kuwe und Steggasse ebenfalls etwa 20 neu angelegte Parkplätze geöffnet.
Und was ist mit den Mitarbeitern der jammernden Händler? Wenn die einpendeln brauchen die auch einen die Arbeitszeit abdeckenden Parkplatz.