Musikanten, Gaukler, Tänzer auf den Bühnen, fahrend' Volk zwischen den Stadttürmen, Spielleute und Feuerkünstler, gepanzerte Ritter und die Stadtwache - sie alle warteten am Wochenende auf die Besucher des Mittelalterfests. Eröffnet wurde es am Samstagvormittag, und es war ein perfekter Auftakt. Denn die Sonne lachte vom Himmel als der Magistrat, Ritter, Burgfräuleins, Gaukler und Artisten sowie Musiker durch die Hauptstraße zogen, um das Fest zu eröffnen.

"Nehmt euch in Acht, in der Stadt ist viel Gesindel und unterwegs und auch im Schlossgraben hat das fahrende Volk sein Lager aufgeschlagen", warnte der Magistrat auf dem Marktplatz die Bevölkerung. So seien sogar Piraten aus der Südsee gesichtet worden sein und an den Ständen und den Tavernen wird auch Alkohol ausgeschenkt, warnte das Stadtoberhaupt seine Untertanen. Und fügte mahnend hinzu: "Schließt eure Fenster und Türen, die wollen alle euer Geld".

Dass sich tatsächlich Gesindel in der Stadt herumtrieb, bewies die Stadtwache und nahm gleich einen Dieb in Gewahrsam. Sehr zur Freude der Kinder, wurde der Galgenvogel bei seinen Fluchtversuchen immer wieder gleich eingefangen und zu Boden gebracht. Zurück in ihrem Lager am Eingang zum Schlossgraben verwandelte sich die Stadtwache in Ritter, die sich heiße Kämpfe mit dem Schwert lieferten.

Es war viel geboten in der Innenstadt: Verführerische Düfte zogen durch die Hauptstraße und Gaukler sowie Artisten sorgten für Aufmerksamkeit. Auf den beiden Bühnen wechselten sich Jongleure und Musikgruppen ab und Arlekino sorgte immer wieder für einen Menschenauflauf, als er auf sein Kartenhaus kletterte, das bedenklich schwankte, aber nicht fiel. Dazwischen immer wieder die "Nachwuchsritter" mit ihren Holzschwertern und die "Runenhex" mit ihrem Handwagen. Zahlreiche Marktstände präsentierten mittelalterliche Handwerkskunst mit traditionellen Waren und sorgten mit Spezialitäten, wie Hausbrauerbier im Schlosshof, für das leibliche Wohl der Gäste.

Im Mittelalter liefen keineswegs nur Ritter mit Schwertern herum und schlugen sich die Köpfe ein. Nein, auch Poeten waren unterwegs, und Geschichtenerzähler zogen von Stadt zu Stadt, um die Kinder zu erfreuen. Und so gab es im Ratskeller Rittergeschichten für die jüngsten Besucher.

Mehrfach an beiden Tagen tauchten auch Gaukler Friedrich und Gaukler Kasper auf und als Neuling in diesem Jahr die Band "Sagax Furor". Mit ihrem knackigen Dudelsacksound und leichten Punk-Elementen brachten die Musiker die Besucher in Schwung. Ein wahrer Augenschmaus auch die Vorführungen der Artistikgruppe "Anam Cara" aus Kaufbeuren.

Und da war dann auch noch Michl, der fränkische Barbar. In furchterregendem Outfit zog er durch die Straßen und war begehrtes Objekt für Selfies. Mit ihm ließen sich besonders mutige Frauen gerne ablichten. 300 nach Christus waren die Barbaren aus Franken die Hilfstruppen der Römer. Uns so entstand Frankreich, erzählte der Michl aus Niedermirsberg in der Fränkischen Schweiz. Was dabei herausgekommen ist, zeigte Christian aus Neustadt, der zusammen mit Begleiterin Linda als Musketier gekommen war. Herzogenaurach gefiel den Mittelalter-Fans. "Es ist einfach ein schöner Markt", sagte Michl.