Fahrradfahren macht Spaß. Noch mehr Spaß macht es vor allem Jugendlichen, wenn es dabei auch über Schanzen und andere Hindernisse geht, an denen die Biker meterweit durch die Luft fliegen können. Immer mehr Kommunen wollen diesen Sportlern was bieten und legen spezielle Bike Parks an. Am Karpfenkreisel in Höchstadt-Süd könnte auch schon bald eine solche Dirtbike-Strecke entstehen.

Der Ausschuss für Kultur, Jugend und Soziales hatte in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt, in das Konzept für die Außenanlagen der Fortuna Kulturfabrik auch einen Parcours für Dirtbiker aufzunehmen. Standort dafür soll das nahe gelegene Grundstück am Karpfenkreisel sein, auf dem vor einigen Jahren ein Wohnhaus in die Luft geflogen war und das inzwischen der Stadt gehört.

Landschaftsplanerin Kathrin Nißlein hat bereits einen Gestaltungsvorschlag für das Gelände gemacht. In der Kulturfabrik müsse nur noch geklärt werden, wie Pflege, Unterhalt, Haftung und Aufsicht geregelt werden könnten und mit welchem Personalaufwand zu rechnen wäre.


Anvisiertes Grundstück gut erreichbar

Auch Höchstadts Jugendpflegerin Julia Weiland macht sich für einen solchen Bike Park stark. "Es gibt einige Dirtbiker in Höchstadt, die sich einen solchen Park wünschen, weiß Weiland aus ihrer täglichen Arbeit. "Die Szene ist zwar noch klein, aber ich möchte sie unterstützen", sagt die Jugendpflegerin. Um allerdings schon große Erwartungen zu schüren, sei es noch zu früh.

Das anvisierte Grundstück am Karpfenkreisel halten sie und ihre Schützlinge für ideal. Es wäre groß genug, liegt zentral, kann aus Höchstadt-Nord und Süd gut erreicht werden. Vom Kultur- und Jugendzentrum könnte man auch immer einen Blick auf den Dirtbike-Park am Kreisel werfen, findet Jugendpflegerin Weiland.

Für Bernd Riehlein, den Leiter der Fortuna Kulturfabrik, würde eine solche Bahn der Zielrichtung entsprechen, Jugendliche zur Bewegung und weg von elektronischen Medien zu bringen. Es stelle sich noch die Frage, ob eine solche Anlage betreut werden müsse und es bestimmte Öffnungszeiten geben sollte.


Besser als halb illegal

Julia Weiland führt noch ein weiteres Argument ins Feld. Bevor die jungen Leute Strafen bekommen, weil sie halb illegal in Wäldern herumdüsen, wären sie auf einem städtischen Gelände am Karpfenkreisel besser aufgehoben.

Der 14-jährige Leon Stemmler aus Höchstadt ist einer derer, die eine solche Anlage am Karpfenkreisel sofort nutzen würden. Der Schüler betreibt diesen Sport mit einer solchen Leidenschaft, dass ihn seine Freunde schon in den halbprofessionellen Bereich einordnen. Stemmler nimmt an Rennen teil und hat auch schon die ersten Sponsoren gefunden.

"Radfahren macht Spaß, du bist draußen in der Natur und bekommst den Kopf frei", sagt der 14-Jährige. Und es gehe nicht immer nur ums Schnellfahren. Das macht Stemmler, wenn er bei Downhill-Rennen an den Start geht.

Der Dirtbiker und seine Kumpels machen aber auch kein Hehl daraus, dass ihnen eine Strecke mit Gefälle und vielleicht auch noch im Wald ebenfalls sehr entgegenkommen würde. Aber auch ein Dirtbike-Parcours am Karpfenkreisel würde angenommen und auch Auswärtige nach Höchstadt locken, sind sie überzeugt. Eltern würden ihre Kinder an der Bahn abliefern und sich dann in der Stadt aufhalten.

Aktuell radeln Stemmler und seine Freunde 22 Kilometer zur nächsten Dirtbike-Strecke nach Diespeck oder lassen sich von den Eltern in den Bike-Park nach Osternohe an der A9 bei Schnaittach fahren.