Die 15. landkreisweite Ausbildungsbörse - bzw. das sogenannte Buhlen beim Nachwuchs per "Speed-Dating" - in der Dreifachturnhalle am Burgstaller Weg war ein voller Erfolg. Schon nach der Eröffnung durch Landrat Alexander Tritthart und Bürgermeister German Hacker war in der Halle kaum ein Durchkommen mehr. Über 76 Ausbildungsbetriebe, Organisationen und Berufsfachschulen sowie die Agentur für Arbeit stellten sich vor und gaben Praxishilfen zur richtigen Berufswahl. Dabei reichte die Palette von Banken über Logistikunternehmen bis hin zu Krankenhäusern, Ämtern und Weltkonzernen.

"Die Börse bringt zusammen, was zusammen gehört: Jugendliche, die ihren Weg ins Berufsleben suchen und Unternehmen, die Nachwuchs suchen und sie gibt deshalb wichtige Impulse",, erklärte der Landrat bei der Eröffnung mit Politikern aus Bund, Land und Landkreis. So gehöre die Wahl des Ausbildungs- bzw.
Studienganges zu den folgenreichsten Entscheidungen, die junge Menschen treffen, denn sie stellt die Weichen für die Zukunft.
Die Gelegenheit, mit Mitarbeitern oder dem Betriebsinhaber zu sprechen, nutzten überraschend viele Jugendliche und Schüler. An vielen Ständen konnten sich die interessierten Jugendlichen auf "Augenhöhe" unterhalten, denn zahlreiche Stände waren mit Auszubildenden besetzt.

So lockten Großbetriebe wie beispielsweise Siemens, Schaeffler und die Deutsche Bahn ebenso wie Handwerksbetriebe, Polizei und Bundeswehr.


Gebäudereiniger mit ernüchterndem Fazit

Während die Global Player, Banken und bekannte Firmen sich über mangelndes Interesse nicht beklagen konnten, zog Christian Kindler von der gleichnamigen Gebäudereinigungsfirma ein etwas ernüchterndes Fazit. "Im Büro sind wir gut aufgestellt und konnten die Ausbildungsplätze immer besetzen", erklärte der Firmenchef schon beim Aufbau. Viele Eltern, aber auch Lehrer, würden den organisierten Handwerksberuf des Gebäudereinigers allerdings eher als "Auffülljob und Billiglohnbranche" sehen. Dabei seien die Lohngruppen für Gesellen und Meister vergleichbar mit den übrigen Handwerksberufen und qualifizierte Gebäudereiniger seien mehr als Putzleute.

Die Ausbildungsbörse bündelte eine Vielzahl von Informationsquellen an einem Ort und einem Tag und gab einen guten Überblick über die Angebote der Region. "Den Firmen wie auch der Politik liegt viel daran, unsere talentierten und wissbegierigen jungen Menschen in unserer Region zu halten", betonten Landrat und Bürgermeister.

Die Grundlage für die Ausbildungsbörse wurde 2001 in der Turnhalle der damaligen Herzogenauracher Hauptschule mit 27 Firmen gelegt. Mittlerweile hat sich die Börse zu einer der bekanntesten Veranstaltungen des Landkreises entwickelt. "Die Ausbildungsbörse hat einen hohen Stellenwert", betonte Bürgermeister Hacker. Ein Gradmesser seien bereits die vorliegenden Anfragen für die Ausbildungsbörse 2017.


1,31 freie Plätze pro Auszubildendem

Die Jugendlichen haben gute Aussichten auf einen Ausbildungsplatz im Landkreis, denn für jeden gemeldeten Bewerber um einen Ausbildungsplatz stehen rechnerisch 1,31 Stellen zur Verfügung. Wie der Landrat erwähnte gibt es aktuell noch 350 gemeldete offene Ausbildungsplätze. Die entsprechenden Stellenangebote waren im Foyer an den Pinnwänden der "Last-Minute-Börse" einzusehen.

Landrat und Bürgermeister betonten, dass die heimische Wirtschaft im internationalen Wettbewerb und angesichts des globalen Strukturwandels nur mit hochwertigen Produkten und Dienstleistungen bestehen könne. Deshalb bedürfe es qualifizierter Fachkräfte, die ein in der Wirtschaft verankertes Berufsausbildungssystem durchlaufen haben.