Änderung an der Schütt: Mehr Parkplätze für die Kunden erhofft

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Viel Blech auf engstem Raum: Am Donnerstagvormittag herrschte auf dem Großparkplatz reger Parkplatzsuchverkehr. Fotos: Bernhard Panzer
Viel Blech auf engstem Raum: Am Donnerstagvormittag herrschte auf dem Großparkplatz reger Parkplatzsuchverkehr.  Fotos: Bernhard Panzer
Völlig unterschiedliche Situation im Parkdeck innerhalb eines Tages: Volles Haus am Donnerstag gegen 10.30 Uhr am Vormittag...
Völlig unterschiedliche Situation im Parkdeck innerhalb eines Tages: Volles Haus am Donnerstag gegen 10.30 Uhr am Vormittag...
 
...und leere Bühne am Mittwochnachmittag zuvor, an gleicher Stelle
...und leere Bühne am Mittwochnachmittag zuvor, an gleicher Stelle
 

Die Innenstadt braucht Parkplätze für ihre Gäste, aber auch für Mitarbeiter. Am Großparkplatz an der Schütt sollen freie Räume geschaffen werden.

Es ist eine verzwickte Situation. Und es ist eine Frage, die sich Bürger wie Kommunalpolitiker seit Monaten durch den Kopf gehen lassen. Gibt es genügend Parkplätze in der Innenstadt? Und wenn ja, parken dort auch die richtigen Nutzer? Die Förder- und Werbegemeinschaft (Föwe) hat Umsatzeinbußen bei den Einzelhändlern der Innenstadt festgestellt und macht das an fehlenden Parkplätzen fest. Wenn jemand auf dem Großparkplatz an der Schütt (230 Stellplätze) seine Runden dreht und erfolglos wieder abziehen muss, dann fährt er offenbar weiter - an den Stadtrand, nach Erlangen oder anderswohin.

Demgegenüber stehen Zählungen der Stadt, wonach an verschiedenen Tagen zu unterschiedlichen Uhrzeiten immer zwischen 15 und 30 Stellplätze frei gewesen sind. Am Mittwochnachmittag waren es derer gar 75. Woran liegt's also, dass hinsichtlich des Parkplatzangebots keine gute Stimmung herrscht?


Vier Stunden bleiben

Am gleichen Abend beriet der Bauausschuss über das Thema. Angefeuert durch einen Antrag der CSU und die Beschwerden der Föwe versuchte man, eine Regelung zu finden. Mehr Platz für Kurzzeitparker war das Begehr und die Stadtverwaltung schlug vor, die Tagestickets abzuschaffen. Den einstimmigen Beschluss vorweg: Das geschah dann auch, auf die Tagestickets wird verzichtet. Zumindest bis Dezember, dann wird erneut beraten. Die längste Kurzparkzeit darf aber weiterhin vier Stunden betragen, anstelle der von der Föwe gewünschten drei.

Unterbreitet hatte diesen Lösungsvorschlag Bürgermeister German Hacker (SPD), nachdem eine ebenso umfassende wie sachliche Debatte vorausgegangen war. CSU-Stadtrat Konrad Körner vertrat die Position der Geschäftsleute und sprach sich zunächst gegen den Wegfall der Tagestickets aus. Denn es müssten ja nicht nur die Kunden einen freien Platz finden, sondern auch die Mitarbeiter der Geschäfte. Körner schlug vor, Zonen zu schaffen. Im vorderen Bereich des Großparkplatzes könnten die Kurzzeitparker stehen, also die Kunden, und hinten im Parkdeck die Tagesparker. Sein Fraktionskollege Kurt Zollhöfer grenzte das mit Zahlen noch ein: Zwei Drittel Kurze (bis drei Stunden) und ein Drittel Tagestickets könnten die Lösung sein.


Gefühlte Frage: Frei oder nicht?

Körner erkannte noch einen weiteren Vorteil einer solchen Aufteilung, wie sie übrigens auch die Stadt Erlangen erfolgreich praktiziere. Selbst wenn es die 15 bis 30 freien Plätze gebe, seien sie nicht einfach zu finden. Eben weil sie auf den langen Großparkplatz mit seinen 230 Stellplätzen verteilt sind. Manche Autofahrer würden dann schnell das Suchen aufgeben. Körner: "Menschen sind halt Menschen. 20 freie Plätze können auch gefühlt 20 nicht freie Plätze sein." Hätte man Zonen, könnte man die "Kurzen" bündeln und sie wären dann besser zu erkennen.

Klar dagegen sprach sich Bürgermeister Hacker aus. Das wäre für die Verwaltung technisch kaum machbar - Stichwort Handyparken - und weil man ja an der Schütt auch keine abgetrennten Fläche habe wie Erlangen. Man sollte stattdessen durchmischen, denn bei einer Trennung hätte man die Parker sonst sortenrein. Was nicht flexibel wäre. Außerdem: Wenn man auf die Tagestickets verzichtet, dann sollten manche auf die Monatstickets ausweichen. Den Rest, so hoffte Hacker, gewänne man für die Stundenparker.

Im Übrigen sei ein solches Vierwochenticket auch für Teilzeitkräfte interessiert. Schon bei zwölf Tagen lohne es sich: einmal 35 Euro gegenüber zwölfmal drei Euro.

Bürgermeister Hacker rechnet damit, dass sich jetzt über Pfingsten und in den Sommerferien die Lage deutlich entspannt. Dann ist Urlaubszeit, sagte er, und der größte Parkdruck entstehe ja durch die Parkplatz suchenden Mitarbeiter von "zwei in der Nähe gelegenen großen Arbeitgebern", wie er es abstrakt formulierte. Zumindest "bei einem sehr großen Arbeitgeber" sollten darüber hinaus durch begleitende Maßnahmen noch im Juni Erleichterungen eintreten. SPD-Stadtrat Holger Auernheimer wurde konkreter und erinnerte an die von Schaeffler beabsichtigte und bereits bekannte Verlagerung von 500 Arbeitsplätzen.

Im Dezember, wenn dann der Umbau an der Schütt beendet und der Busbahnhof zurück gekehrt ist, kommen auch wieder 65 Stellplätze hinzu. Dann werde man erneut diskutieren müssen. Und zwar über das Tagesticket, das ja einst in engem Zusammenhang mit dem öffentlichen Nahverkehr eingeführt worden war. Und das Hacker dann wieder will. Als der Bürgermeister zusagte, dass dann auch über einen mögliche Zonenregelung gesprochen wird, stimmte auch die CSU dem oben genannten Beschluss zu.


Föwe möchte mitreden

Damit leben kann auch Heiko Dilger, der Vorsitzende der Föwe. Er würde sich aber wünschen, dass die Geschäftsleute besser eingebunden würden, wenn das Thema zum Jahresende wieder auf den Tisch kommt. Das Parkdeck für Tagestickets, das wäre außerdem immer noch der Wunsch.