Alles begann mit einer Suchabfrage im sozialen Netzwerk Facebook. So beschreibt Karin Wenzel (36) aus Erlangen die Anfänge ihrer Firma "Manifix". Sie ist auf dem sozialen Netzwerk einer Gruppe beigetreten, die sich mit Nagelfolien beschäftigt. Dort schrieb sie dann einige Zeit mit anderen Frauen hin und her. Zwei der anderen Frauen sind heute Geschäftsführerinnen des im November 2019 ins Leben gerufenen Unternehmens.

Gegründet hat die Firma Victoria Leverkus (35) aus Rapperswil in der Schweiz. Sie war es auch, die den Geistesblitz hatte, eine "Maniküre zum Aufkleben" anzubieten. "Das war eine sehr kuriose Geschichte", erklärt Wenzel. "Die Tochter von Victoria war zu Besuch in einem Zoo in der Schweiz. Als sie von dem Ausflug zurückkam, hatte sie so eine Nagelfolie dabei, die sie unbedingt sofort aufgeklebt haben wollte", schildert die Fränkin. Umso überraschender war für die Freundinnen, dass die Folie extrem lange hielt. Diese Erkenntnis war die Initialzündung für die weitere Entwicklung der Firma.

Nach der Gründung des Unternehmens von Victoria Leverkus stießen schnell Karin Wenzel und Linda Grundheber (41) aus Trier dazu. Ihre Vision: Schöne Nägel in einem Bruchteil der Zeit. Denn der Faktor Zeit ist laut Wenzel für viele Frauen neben dem Geld ausschlaggebend. "Als Frau mit Kind hat man nicht immer die Zeit, ins Nagelstudio zu gehen." Mit der Maniküre zum Aufkleben würden die Frauen flexibler und hätten trotzdem Nägel, die aussehen wie frisch nach der Maniküre. Und das für ein Drittel der Kosten.

Zu den beliebtesten Nagel-Stickern gehören etwa Pastellfarben oder Kätzchen-Motive. Und obwohl die Frauen seit rund einem Jahr an ihrem Projekt tüfteln und immer neue Maniküre-Kleber gestalten und vermarkten, haben sie sich noch nie getroffen. "Das Unternehmen zu managen und sich abzusprechen geht auch ohne persönlichen Kontakt. Das geht alles dank der heutigen Technik", findet Wenzel.

Damit die Maniküre-Sticker auch passen, bekommen die Kunden die Ware in acht verschiedenen Größen zugeschickt. "Außerdem sind alle unsere Produkte vegan und zu 100 Prozent tierversuchsfrei", sagt Wenzel. Auch klimaneutral sei die Herstellung des Produktes. Zumindest schildert das der chinesische Hersteller.

Warum sich die drei Jung-Unternehmerinnen für eine Produktion außerhalb der Europäischen Union entschieden, liege an den Qualitätsansprüchen. Karin Wenzel erzählt: "Wir haben lange nach einem Hersteller gesucht, der das Produkt qualitativ hochwertig produzieren kann." Bei dem aktuellen Produkt soll es aber nicht bleiben. Auch für die Zukunft haben die drei Geschäftsführerinnen große Pläne. Und das alles über Videotelefonie und Internet, ein typisches Corona-Unternehmen eben.