Junge Leute aus Höchstadt, die mitreden wollen

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Die Helfer haben bei der Kandidatensuche alle Hände voll zu tun: Julia Gally, Alexander Wirth, Nina Blersch, Jasmin Reinhardt, Bianca Eckel, Julia Wieland (von links). Foto: Filiz Mailhammer
Die Helfer haben bei der Kandidatensuche alle Hände voll zu tun: Julia Gally, Alexander Wirth, Nina Blersch, Jasmin Reinhardt, Bianca Eckel, Julia Wieland (von links).  Foto: Filiz Mailhammer

Für das Jugendparlament in Höchstadt läuft bis Ende des Jahres noch die Suche nach neuen Kandidaten.

Julia Weiland, Jugendpflegerin der Stadt Höchstadt, rührt kräftig die Werbetrommel für die Neuwahlen des Jugendparlaments (JuPa). Das JuPa geht 2017 in die dritte zweijährige Amtsperiode. Angesprochen sind alle 14- bis 21-Jährigen aus Höchstadt und Umgebung, die sich für die Kinder und Jugendlichen der Stadt engagieren möchten.

"In den Pausen stehe ich in Schulen und werbe an meinem Stand bis zum 31. Dezember um potenzielle Kandidaten", sagt Weiland. Inzwischen gibt es schon eine bunt gemischte 17- köpfige Kandidatengruppe von Jungen und Mädchen aus allen Schulformen. Sie sind alle unter 18 Jahre alt. Gern gesehen sind natürlich auch Azubis und Studenten. Besonders erfreut ist Weiland darüber, dass sich vier minderjährige unbegleitete Flüchtlinge unter den Kandidaten befinden.


Abstimmung ab 27. März

Die Jugendpflegerin wird ihr Wahlbüro an bestimmten Tagen in den Schulen öffnen und die Schüler vom 27. März bis 4. April darüber abstimmen lassen, wer für zwei Jahre beim JuPa dabei sein darf.
Wer es nicht zum Wahlbüro schaffen sollte, kann auch an der Wahlurne im Rathaus oder nachmittags im Jugendzentrum in der Fortuna Kulturfabrik seine Stimme abgeben. Wählen dürfen alle in Höchstadt wohnenden Jugendlichen im Alter von 12 bis 21 Jahren. "Die Regularien sind nicht so streng wie bei anderen Wahlen. Das JuPa ist dafür da, damit Jugendliche an politischen Prozessen beteiligt sein können. Unser Stadtrat wird älter, die Höchstadter Jugend muss vertreten werden und die Politiker müssen wissen, was die Jugend bewegt", sagt Bernd Riehlein, Leiter der Fortuna Kulturfabrik.

Eines der wichtigsten Themen der Jugend sei die Mobilität. Die Anbindung aus den umliegenden Orten an Höchstadt wird als schlecht und zu teuer empfunden. Auch die Bushaltestellen lägen schlecht.
"Ich wohne in Röttenbach und gehe in Erlangen auf die FOS. Seit Anfang des Schuljahres bin ich immer zwei Wochen im Monat in Höchstadt und mache ein Praktikum. Mit meinen zwei Busfahrkarten wird das seht teuer für meine Familie", sagt Nina Blersch (17).

Auch die Bushaltestelle am Freibad, für die sich das JuPa sehr eingesetzt hat, würde leider nicht mehr angefahren. Auch Themen wie Freizeitgestaltung und Bewegungsmöglichkeiten im Freien beschäftigen die Jugendlichen. Für den maroden Trimm-dich-Pfad hatte das JuPa sich zusammen mit der Jungen Union eingesetzt.
"Öffentliche Sportplätze wie Basketballplätze, auf denen man sich im Freien treffen kann, sind für die jungen Leute sehr wichtig", sagt Wieland. Ebenso Freizeit-Einrichtungen. Hallenbad, Freibad und Eishalle müssten heller und farbenfroher sein, um bei den Jugendlichen besser anzukommen.


Nicht nur Standard bieten

"Bei dem Thema der Gestaltung haben Hans-Peter Philipp und Bürgermeister Gerald Brehm (JL) sofort ein offenes Ohr gehabt", sagt Wieland.
Auch die Berufsorientierung und Zukunftsplanung brennt Schülern der Abschlussklassen unter den Nägeln. "Ich wusste nicht, was ich nach meinen Abschluss machen sollte", sagt Bianca Eckel (18), die seit November für ein Jahr ihren Bundesfreiwilligendienst in der Fortuna Kulturfabrik macht. Sie unterstützt nun die VHS im Deutschunterricht für Flüchtlinge. Zusammen mit Nina Blersch versucht sie anhand einer Umfrage herauszufinden, wie die Höchstadter zur Flüchtlingshilfe stehen.

Auch Blersch sei nicht mit der "Standardvorstellung" in puncto Berufsorientierung zufrieden. "Es wurden hauptsächlich kaufmännische Berufe vorgestellt. Ich möchte eventuell Kriminalistik studieren, aber solche Sparten werden einem leider nicht vorgestellt."
Der Einsatz des neuen 15-köpfigen JuPa-Teams wird also in vielen Bereichen gefragt sein. Wer kandidieren möchte kann sich bei Julia Weiland melden (siehe Infobox). Sobald die Kandidaten feststehen, kann man im Internet Videos von ihnen sehen. Hier haben die Kandidaten die Möglichkeit, sich vorzustellen.



Kontakt zum Jugendparlament:
Die Videos der Kandidaten sind im neuen Jahr zu sehen auf Facebook unter: "Julia Weiland Jugendpflege Höchstadt" und "Jugendparlament Höchstadt".

Julia Weiland von der Jugendpflege Höchstadt kümmert sich um das Jugendparlament. Sie ist zu erreichen unter Telefon 09193/ 50 33 16 33 oder 0178/ 63 67 529 (auch SMS und Whatsapp). Weitere Infos gibt es auf: www.fortuna-kulturfabrik.de/192/