Es war sehr kalt an dem Maitag 1998, als Waldemar Kleetz (CSU) in sein Amt als Bürgermeister eingeführt wurde. Daran erinnern sich er und auch etliche Musiker der Blaskapelle Gremsdorf. 18 Jahre später spielen sie wieder auf. Zum Abschied.
Die Gemeinde hat die Bürger eingeladen - "in sein Rathaus", wie Norbert Walter (CSU) betont, bislang stellvertretender und bald Erster Bürgermeister der Gemeinde. "Kleetz hat den Umbau des Gebäudes initiiert."
36 Jahre insgesamt war der Bucher Kleetz für Gremsdorf tätig. Nach 18 Jahren Ratsmitgliedschaft wurde er zum Bürgermeister gewählt - ohne Parteizugehörigkeit.
Erst später schloss er sich der CSU an, gewissermaßen als Privatperson, denn im Rat sind die Listen überwiegend nach den Wohnorten der Kandidaten entstanden.
Kleetz war Bürgermeister neben seinem Beruf als Lehrer; erst mit dem Ruhestand vor drei Jahren rückte das Amt in den Mittelpunkt seines Lebens. Wenn diese Stellung nicht längst seine Enkelinnen eingenommen haben.
Angetragen hat ihm Walter für den Ruhestand die Chronistenarbeit für seinen Wirkungsort, denn der ehemalige Chronist von Gremsdorf ist kürzlich verstorben. In den Annalen der letzten 18 Jahre dürfte der Verstorbene etliches verzeichnet haben, denn in der Ägide Kleetz schuf die Kommune das Umfeld für die rasante Entwicklung der Firma Imo, das Gewerbegebiet nahe der Autobahnausfahrt samt beleuchtetem Radweg zum Kernort, kümmerte sich um neue Gebäude und Fahrzeuge für die beiden Ortsfeuerwehren, den Straßenausbau zwischen den Ortsteilen, die Umgestaltungen von Dorf- und Kirchplätzen und vieles mehr.

Musikalische Sitzungspause

"Weine nicht, weil es vorüber ist, sondern lächle, weil es schön war", gab Walter Kleetz mit auf den Weg. Und der hielt sich daran, hob lächelnd seine Enkelin Emily hoch und lauschte mit ihr und den vielen Bürgern und Wegbegleitern der Blasmusik. Erst nach dem Ständchen vor dem Rathaus "konnte" Kleetz seine letzte Sitzung fortsetzen. Mit ihm scheiden sechs Ratsmitglieder aus dem Amt. Nach 24 Jahren geht Heribert Hahn aus Buch, der zugleich über 30 Jahre Feuerwehrkommandant war. 18 Jahre war Herbert Köberlein vom Gartenbauverein dabei. Für Kleetz war er "sein grüner Daumen", der immer wieder einen Platz in den Ortsteilen wusste, wo ein Baum gepflanzt werden könne.
Als "Dorfmetzger" und Organisator vieler Festivitäten ist Erich Geyer bekannt. 14 Jahre gehörte er auch dem Gemeinderat an.
Drei junge Männer sind in der nächsten Periode nicht mehr dabei. Es waren überwiegend berufliche Gründe, die Michael Litz, Sebastian Hahn und Jochen Kleetz zum Rückzug aus der Kommunalpolitik nach nur sechs Jahren zwangen.