Betritt man dienstagabends das Eisstadion, sieht man begeisterte Eiskunstläufer jeden Alters über das Eis schweben. Früher teilten sich die Damen vom Erwachsenentraining des Eis- und Schwimmsport-Clubs (ESC) mit den Herren der Eisstockschützen eine Bahn, wie Annita Reuter erzählt. Übrig geblieben sind bis heute nur die erwachsenen Eiskunstläufer.

"Hausfrauentraining" wurde das Angebot zu Beginn mit Augenzwinkern genannt; mittlerweile gleiten nach einer kurzen Pause seit 2010 auch Männer mit den Frauen über das Eis. Zusammen trainieren sie zwei Mal die Woche jeweils am Dienstag von 17.30 bis 18.15 Uhr unter Anleitung von Eva Deichslberger und am Samstag ab 10.30 Uhr mit Martin Bode. "Viele sind wir nicht", erzählt Reuter, die mit ihren 60 Jahren die Älteste des Erwachsenenteams ist.
Eisläuferin Martina Lengert schätzt, dass die Trainingszeit dienstags am frühen Abend von 17.30 Uhr bis 18.15 Uhr für den niedrigen Männeranteil der Gruppe verantwortlich ist.

Installiert wurde das Erwachsenentraining, damit auch die Eltern auf das Eis kommen, wie Nadja Müller, Vorsitzende des ESC, erklärt. Viele Familien seien Mitglied im Verein, und während die Kinder bei den Trainern gut aufgehoben sind, könnten auch die Eltern ein Angebot wahrnehmen. So hat auch Annita Reuter zusammen mit ihren beiden Kindern vor 18 Jahren begonnen. Generell richte sich das Angebot an alle ab Ende 30, die Lust auf Eislaufen hätten, schließt Müller.

Jugendtrainern Ilona Reuter fasst das Trainingsziel der Erwachsenen kurz zusammen: "Es soll hauptsächlich Spaß machen und die Möglichkeit geschaffen werden, auch einmal etwas Neues auszuprobieren." Dabei ist sie sich sicher, dass Übersetzen und Dreierschritte in jedem Alter gelingen. Ohne großen Leistungsdruck, bestätigt Müller, kann jeder flüssiges Fahren und Gleiten erlernen. Auch einfache Schrittkombinationen und Pirouetten gehörten zum Repertoire der Erwachsenen, berichtet Ilona Reuter.

Ihre Mutter Annita Reuter fügt hinzu: "Oberste Devise ist, nicht hinzufallen. Wir haben ältere Knochen als die Kinder." Dabei mache den Damen das schwerelose Gleiten über das Eis am meisten Spaß, wie sie berichten. Für Silvia Deichslberger ist das Training des Höchstadter ESC eine Besonderheit. Viele Vereine seien nur wettkampfbezogen und leistungsorientiert.

In zwei Wochen werden die Teilnehmer ihre Schlittschuhe wieder in die Sommerpause schicken. Von Anfang Oktober bis Mitte März dauert die Saison auf dem Eis, erklärt Reuter. Außer warmer Kleidung, Handschuhe und Schlittschuhe mit Spitzen bräuchte man nichts weiter für ihren Sport. Folgekosten würden nur für das Schleifen der Kufen anfallen. Am Ende eines Trainings, lächelt die erfahrenen Eisläuferin verschmitzt, müsse man sich auch nicht groß duschen.

Eistänzer und Eiskunstläufer des ESC Höchstadt laden zur jährlichen Eisgala am 15. März im Eisstadion (Kieferndorfer Weg) ein. Beginn ist um 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr. Karten sind ab sofort in der Sparkasse Höchstadt erhältlich: Kinder zahlen im Vorverkauf 2 Euro, an der Abendkasse 3 Euro, Erwachsene zahlen 4 bzw. 5 Euro Eintritt.