"Die Prozente sind viel zu wenig für die CSU", stellte Ilse Aigner, Bundesministerin für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz mit Blick auf das Etikett des Fläschchens "Fränkische Pflaume" fest. Nur 25 Prozent, das sei im Vergleich zu den angepeilten Wahlergebnissen rein gar nichts für die prominente CSU-Politikerin.

Aigner war zusammen mit Innenminister Joachim Herrmann einer Einladung des Höchstadter Ortsverbands gefolgt und verband beim Altstadtfest damit Wahlkampf und Spaß. Am CSU-Stand auf dem Schlossberg wurde die Delegation, zu der auch Bundestagsabgeordneter Stefan Müller gehörte, von Ortsverbandsmitgliedern und den Bezirks-, Landtags- und Bürgermeisterkandidaten willkommen geheißen. Danach genoss die Ministerin das Bad in der Menge, besuchte die Zelte verschiedener Vereine, ging herzlich auf die Menschen zu und suchte immer wieder das Gespräch mit ihnen. Bei den Menschenmassen am Samstag durchaus kein leichter Job für die Sicherheitsbeamten und Bodyguards, die Aigner und Herrmann begleiteten.

"Ein ganz wunderbares Fest"

Aufgeschlossen und ehrlich kam Aigners Antwort auf die Frage eines Journalisten, weshalb sie denn bei den aktuellen Umfragewerten überhaupt noch diese Art von Wahlkampf betreibe. "Weil es wichtig ist, jeden Wähler persönlich zu überzeugen", antwortete die Ministerin.

"Und weil es Spaß macht", denn sie finde, das sei "ein ganz wunderbares Fest". Keine Frage, dass sie in der Enge des Zelts der Spielvereinigung Etzelskirchen ebenso selbstverständlich auf die Besucher zuging wie bei der Kolpingfamilie, der sie sich als "Kolpingschwester" verbunden fühlt.

Auch beim Roten Kreuz in der Brauhausgasse stellte sich Aigner als "Kameradin" vor. Aufmerksam betrachtete sie gut renovierte alte Bausubstanz, wie das Traditionsgasthaus der ehemaligen Wölkerbräu. Im "Kuhstall" des Heimatvereins fand sie Gefallen am alten Gewölbe, aber auch am Engagement der Mitglieder, die viele Stunden auf die Sanierung verwendet hatten. Der Verein habe noch viel vor, erklärte ihr der Vorsitzende Georg Römer. Beim angebotenen Caipirinha entschuldigte sich die Ministerin: "Mir gengan jetzt auf a Glaserl Wein", sagte sie um Verständnis bittend.

Eintrag ins Goldene Buch

Bereits im Rathaus hatte man die Delegation mit Sekt empfangen. Dort trugen sich Ilse Aigner und Joachim Herrmann in das Goldene Buch der Stadt ein. Aigner ist nach den Worten von Bürgermeister Gerald Brehm der siebte Bundesminister, der sich im Goldenen Buch verewigt. Brehm richtete die Bitte an die Ministerin, sich für die Region einzusetzen.

Das "Glaserl Wein" gab es dann in der Weinlaube des Gartenbauvereins, wo der prominente Gast vom Vorsitzenden Lawrenz selbst bedient wurde.