Christian Nitsche ist der neue Vorsitzende der Dechsendorfer DLRG. Er will Bewährtes weiterführen, hat aber auch viele Ideen, die er umsetzen mag. Besonders liegt ihm die Kinder- und Jugendarbeit am Herzen und der Neubau eines eigenen Vereinsheimes in dem Erlanger Ortsteil.
Christian Nitsche ist 30 Jahre alt - und ein "alter Hase". Zumindest in der DLRG. Ihm macht so leicht keiner etwas vor - und das könnte der Grund dafür sein, dass die Mitglieder des DLRG-Ortsverbandes Dechsendorf, Christian Nitsche zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt haben - und zwar einstimmig!
Seit 1986 ist er Mitglied bei den Lebensrettern. "Mein Vater hat mich in den Verein eingebracht." Der war auch einmal Vorstand, außerdem wurde der Vater, Bernd Nitsche, bei der Versammlung für seine langen Jahre bei der DLRG mit Gold geehrt. Doch der ist nicht mehr im Vorstand, im Gegensatz zum Junior.
Über 250 Mitglieder sind nun gespannt, wie der Verein sich weiter entwickeln wird. Die letzten zwölf Jahre war Stefan Schulz-Drost an der Spitze des Vereins. Der zieht beruflich bedingt um. Bereits die letzte Zeit habe er wegen seines medizinischen Berufes weniger Zeit in die Vereinsarbeit investieren können. Bereits da hatte Christian Nitsche als zweiter Vorsitzender immer mehr Aufgaben übernommen und sich intensiv einarbeiten müssen.
Mutiger Schritt Dennoch: Es ist ein mutiger Schritt in den jungen Jahren so ein gewichtiges Amt zu übernehmen. "Ich bin aktiv im Verein, seit ich 13 Jahre alt bin. Es ist schon mehr als ein Verein - ich sehe das als Familie." Es handelt sich um einen jungen dynamischen Verein, daher passe er auch als junger Vereinschef dazu.
Nitsche ist vom Klischeebild des Vereinsmeiers weit entfernt. Weder sind die Haare grau, noch versteckt er sich hinter den Statuten. Nach seiner Wahl ging es zum Feiern nach Erlangen, selbstverständlich mit den Kameraden der DLRG.
Abgesehen davon sei es fast etwas wie eine Tradition. "Mein Vorgänger, Stefan Schulz-Drost, ist mit 23 in das Amt gestoßen worden und darin voll aufgegangen." Nun legt Christian Nitsche nach. Vor allem will er das bisher Erreichte fortführen. Es stehen aber auch wesentliche Veränderungen an, die den neuen Vorsitzenden von Anfang an kräftig fordern werden. Die DLRG möchte ein neues Vereinsheim mit Jugendraum und Fahrzeughalle bauen.
Da kommt eine hohe finanzielle Belastung auf den Verein zu - die Versammlung genehmigte das Vorhaben ohne Gegenstimme -, aber auch viel Zeit, die investiert werden muss. Von der Eigenleistung noch gar nicht zu reden. "Wir werden erst einmal ganz andere Ziele bewerkstelligen müssen." Dazu gehöre eben auch eine vernünftige Finanzplanung des gut 350.000 Euro teuren Objektes. "Es werden so manche Begehrlichkeiten zurückstecken müssen", hatte er in der Versammlung den Mitgliedern erklärt. Keine leichte erste Aufgabe für den DLRGler.
Blick auf die Finanzen Dafür kann er auf ein gutes Team bauen. Neue Gesichter im Vorstand zusammen mit den bewährten Kräften - eine ideale Mischung wie Christian Nitsche sagt. Sören Brandmähl-Kraus und Thorsten Pumm stehen ihm als Vertreter zur Seite. Zwei ebenfalls "alte Hasen", die aber neu in der Vorstandsarbeit tätig werden. Die technische Leitung hat Karlheinz Peter mit seinem Vertreter Heinrich Herzog in der Hand. Schatzmeisterin bleibt Christiana Höhme, die mit ihrem Vertreter Daniel Bader auf die Finanzen schaut. Die dem Vorstand angehörigen Ärzte sind die Eheleute Peter und Marita Leonhardt. Schriftführerin ist Nina Pumm. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 35 Jahren.
"Ich habe eine schlagkräftige Truppe hinter mir", davon ist Nitsche überzeugt. Damit meint er nicht nur den Vorstand, die Mitglieder gehören alle dazu. Zum Neubau ist er sich sicher, dass dieser darum auch zu stemmen sei. Doch es sind noch einige Aufgaben mehr: Da ist die ureigentliche Aufgabe der Lebensrettung. 1850 Wachstunden hatten die 25 ehrenamtlichen aktiven Helfer im vergangenen Jahr alleine am Dechsendorfer Weiher absolviert. 1500 Stunden im Sommer, der Rest in den Wintermonaten. Und trotz der immer wieder wegen Blaualgen gesperrten Wasserfläche galt es sechs Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren.
Zu den Aufgaben zählt aber auch die Ausbildung. Allein 35 Kinder erhielten in der vergangenen Saison ihr Seepferdchen. "Wir könnten jeden Tag einen Schwimmkurs anbieten", erklärt der Vorstand. Lediglich die Stadt kann nicht genug Bahnen vorhalten. Es zeigt sich: Es gibt noch viel zu tun. Aber eines kann Christian Nitsche mit einem Schmunzeln dazu sagen: "Ich bin ja noch jung!"