"Ich hoffe, ich habe euch all das mitgegeben, was ihr für euer Leben braucht" - einer der letzten Sätze, die Renate Kohlhepp (Name von der Redaktion geändert) von ihrer Mutter hörte. Schon am nächsten Tag war sie nicht mehr ansprechbar. Sechs Monate ist das her. Doch nicht nur zu Allerheiligen, dem Tag, an dem besonders den Toten gedacht wird, erinnert sich Renate Kohlhepp daran und kämpft gegen die Tränen. Vergeblich.

Nur anderthalb Tage verbrachte ihre Mutter auf der Palliativstation des Höchstadter Krankenhauses, dann schlief sie friedlich ein. Ein Ort, wo Sterbende auf ihrem letzten Weg begleitet werden. Wo der Tod dazu gehört. Wo Leid und Erlösung nahe beieinander liegen. "Die Palliativstation ist kein trauriger Ort. Im Gegenteil. Die Angst fällt dort von dir ab, die Zeit ist ausgeschaltet", sagt Kohlhepp.