"Ich bin froh und glücklich, in dieser Stadt im schönen Franken leben zu dürfen!" Die Worte, mit denen sich Ali Arabi beim Neujahrsempfang der Stadt Höchstadt für die Ehrung bedankte, lösten in der Aischtalhalle eine Welle der Sympathie aus.

Herzlich ging's auch sonst zu, bei der traditionellen Veranstaltung. Bürgermeister Gerald Brehm (Junge Liste) verlieh drei Mal die Ehrenspange und zeichnete zudem eine Reihe von Bürgern für herausragendes Engagement und besondere Leistungen auf verschiedensten Gebieten und im Sport aus. Die in den fränkischen Farben mit rot-weißen Blumen geschmückte Bühne bot dazu den würdigen Rahmen.

Reverenz erwiesen

Die Stadtkapelle unter Leitung von Georg Römer eröffnete die Veranstaltung festlich. Zur musikalischen Gestaltung trug auch der Gesangverein Liederkranz mit seinen Dirigenten Irina und Gabriel Konjaev bei. Eine Vielzahl an "Promis" aus Kirche, Schule, Polizei, Politik und Wirtschaft war der Einladung gefolgt, um den verdienstvollen Höchstadtern ihre Reverenz zu erweisen.

"Dass unsere Stadt so lebens- und liebenswert ist, ist nicht das Verdienst Einzelner, sondern die Summe an Mosaiksteinchen", sagte Bürgermeister Gerald Brehm. Das Gemeinschaftsleben stehe und falle mit den Ehrenamtlichen. In Höchstadt sei das "Wir-Gefühl" noch intakt.

Dieses Wir-Gefühl kam bei den vielfältigsten Veranstaltungen zum Ausdruck. Bei der 600-Jahr-Feier des kleinen Ortsteils Kieferndorf mit seinen 42 Einwohnern ebenso wie bei der 700-Jahr-Feier von Nackendorf. Den Hauptorganisatoren Marianne Zimmermann und Martin Oberle (Kieferndorf), sowie Alfred Fradl und Robert Dorsch (Nackendorf) galt der Dank des Stadtoberhaupts ebenso wie dem Team, das die Besuchswoche der Partnerstadt Krasnogorsk und die fantastische "Russische Nacht" auf die Beine gestellt hatte.

Partnerschaft weiter beleben

Sibylle Menzel, Anita Kopp, Hedi und Adolf Wedel, Bernd Lohneis, Herbert Fiederling, Elke Ehrlicher, Anja Baumann, Lisa Wedel und Klaus Strienz wollen auch in Zukunft die Partnerschaft mit Leben erfüllen. Das sei ganz im Sinne der Stadt, denn eine Städtepartnerschaft könne ohne Ehrenamtliche nicht funktionieren, sagte Brehm.
Alfred Wahlrab, Gründervater des Gesangvereins, der dem Chor seit 65 Jahren seine Stimme leiht, und Adolf Linseis, ein halbes Jahrhundert aktiver Sänger und 20 Jahre Vorsitzender des Vereins, konnten im Kreise ihrer Chorgemeinschaft geehrt werden. Bianca Franke, die Vorsitzende des Kinderschutzbundes, wurde für ihre jahrelange, wertvolle Arbeit zum Wohle der Kinder ausgezeichnet.

Eine Ehrung war auch für Maria Holtmannspötter, die langjährige Leiterin des Frauengesprächskreises vorgesehen. Sie konnte an der Veranstaltung jedoch nicht teilnehmen. Jürgen Engelhardt erhielt die städtische Würdigung für 150 Blutspenden. Torsten Czapka vom Unternehmen Baxter hatte beim Hochwasser 2013 der Höchstadter Feuerwehr unproblematisch und kostenlos die benötigten Rollcontainer für die Sandsäcke zur Verfügung gestellt.

Auch Busunternehmer Werner Vogel hatte sich beim Hochwasser ums Gemeinwohl verdient gemacht. Zudem stellt sein Unternehmen kostenlos den Stellplatz für das historische Feuerwehrfahrzeug zur Verfügung.

Wäre da noch der eingangs zitierte Ali Arabi zu nennen: Seit zehn Jahren schmückt er den Christbaum am Marktplatz und sorgt so dafür, dass Höchstadt im weihnachtlichen Glanz erstrahlt.
Natürlich rückte der Bürgermeister auch die Entwicklungen in vielen Bereichen der Stadt in den Fokus.

Ehrenspangen beim Neujahrsempfang der Stadt Höchstadt gingen an Gerlinde Ruhmann, Ottmar Völlner und Karl-Heinz Feuerlein von der archäologischen Gruppe des Heimatvereins. Mit beispiellosem Engagement und Feuereifer seien sie auf der Suche nach Relikten der Vergangenheit, sagte Brehm in seiner Laudatio. Feuerlein sucht - nach einem Ausspruch seines Vaters - schon seit seiner Jugend "Schdali auf die Äcker".

Anlässlich einer Grabung hätten sich die drei Hobbyforscher "schaufelnderweise" kennengelernt. Die Initialzündung für Feuerlein sei 1985 die Grabung auf dem Höchstadter Schlossberg gewesen. Den Hobbyarchäologen bestärkte dies, sich weiter in der Umgebung von Höchstadt auf die Suche zu begeben. Sein großes Interesse an Keramik habe ihn zum Fachmann auf diesem Gebiet werden lassen.

Spannende Suche nach Fossilien

Für Gerlinde Ruhmann begann die spannende Suche nach Relikten aus der Vorgeschichte mit der Grabung in Hesselberg. Sie suchte zunächst in ihrer näheren Umgebung und wurde schon bald für ihre Arbeit belohnt. Ab 1998 wurde sie mit ihren Kollegen vom Heimatverein auf dem Gelände der Kiesgrube nahe der Autobahnausfahrt tätig. Bald schon sollte es für die Gruppe spannend werden: Dem Backenzahn eines Höhlenbären - herbeigeschafft vom Betriebsleiter - folgten viele weitere Funde. Gerlinde Ruhmann hatte "ihren" Forschungsplatz gefunden. Bei der Arbeit wurde sie tatkräftig von Ottmar Völlner unterstützt. Bald habe sich gezeigt, dass sich durch den Geländeabbau ein neues Zeitfenster für den Aischgrund öffnete.

Ottmar Völlner kann sich nach den Worten von Bürgermeister Brehm auf sein "gutes Gespür für Fundplätze und ein sehr gutes Auge" verlassen. So spürt er auch kleinste Gegenstände im Ackerboden auf. Nach 20-jähriger Sucharbeit sprechen seine Ergebnisse, die er an mittlerweile hundert Plätzen entdeckt hat, für sich.

Die Gruppe unterhält sehr gute Kontakte zum Landesamt für Denkmalschutz in Nürnberg und dessen Außenstelle in Seehof. Unterstützung erhalten die Höchstadter auch von verschiedenen Instituten und Museen.
Gerlinde Ruhmann bedankte sich im Namen der Gruppe bei der Stadt für die Auszeichnung wie auch für die Räume im Dachgeschoss des Heimatmuseums und die finanzielle Unterstützung im Rahmen des Europäischen Programms.

Die geehrten erfolgreichen Sportler:

Anna Carina Häusler (Deutsche Crossfit-Vizemeisterin);
Spielvereinigung Etzelskirchen D1-Junioren;
HEC Höchstadt, Kleinschülermannschaft;
JFG Ebrach-Aisch C-Junioren;
Schachclub Höchstadt: Lukas Schulz, Christian Koch, Alexander Mönius, Oliver Mönius, Christopher Metzner, Sebastian Dietze, Christian Koch, Lea Herrmann, Katharina Ultsch;
LSC Höchstadt (Leichtathletik): Martin Grau, Marco Kürzdörfer, Konstantin Wedel, Tobias Budde, Christian Amon, Zacharias Wedel, Alina Mönius, Lea Heidenreich;
TSV (Running): Edith Ketelböter, Erwin Beier, Josef Freudenberger.